Mindestens 260.000 Menschen haben seit Mitte Juli ihre Heimat in der französischen Region Gironde verlassen müssen. Ein verheerender Waldbrand hat bereits eine Fläche vernichtet, die etwa viermal so groß ist wie Paris – rund 40.000 Hektar. Mehr als 240 Gebäude wurden vollständig zerstört, viele davon in der begehrten Ferienregion zwischen Cap Ferret und Bordeaux.
Schneise der Verwüstung entlang der D106
Besonders hart getroffen wurde die Gegend entlang der Schnellstraße D106. Dort stehen oft nur noch verkohlte Grundmauern, Schornsteine und Trümmerfelder. Ein Haus mit roter Mauer in Le Porge blieb wie durch ein Wunder unversehrt, während die Umgebung in Schutt und Asche liegt. In Blagon sackte eine Villa unter der gewaltigen Hitze zusammen. Von dem Gebäude sind nur noch Mauerreste, verbrannte Metallteile und das Wrack eines Pick-ups im Garten übrig.
„Das Feuer hat ein Eigenleben entwickelt und ist völlig unberechenbar“, sagte Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez. Er sprach von einer „beispiellosen“ Lage. Die Region, die jährlich Tausende Touristen anzieht und als eines der begehrtesten Reiseziele Frankreichs gilt – vergleichbar mit den Hamptons in den USA –, ist nun ein Katastrophengebiet.
Dramatische Auswirkungen auf Mensch und Tier
Die Flammen haben nicht nur Häuser, sondern auch Wälder und Tiere vernichtet. Bilder aus der Gironde zeigen verbrannte Rehe. Ein tragischer Fall: Ein Reh flüchtete an den scheinbar sicheren Strand, verendete dort aber völlig erschöpft. Die Feuerwehr kämpft ununterbrochen gegen die Brandfront. Unterstützt wird sie von Landwirten, Winzern und Freiwilligen, die mit Traktoren Schneisen ziehen oder mit Wassertanks auf Pick-ups kleinere Brandherde löschen.
Spezialflugzeuge kreisen über den Wäldern und werfen Löschmittel ab, um das Feuer einzudämmen. Präsident Emmanuel Macron besuchte Bordeaux und warnte, dass die kommenden Wochen „schwierig werden“ würden. Die Gefahr rückt immer näher an die Stadt Bordeaux heran, deren Vororte bereits bedroht sind.
Zerstörung und Trauer in der Luxusregion
Die betroffene Region zwischen Atlantikküste und den Weinbergen der Gironde ist bekannt für ihre exklusiven Ferienhäuser wohlhabender Familien. Viele verbrachten hier ihre Sommer oder Feiertage. Aus dem Paradies ist eine gespenstische Stille geworden. Zwischen Asche, verbrannten Erinnerungen und zerstörter Natur bleibt nur die Hoffnung, dass das Inferno endlich gestoppt werden kann. Die Einsatzkräfte arbeiten rund um die Uhr, doch das Feuer ist noch nicht besiegt.



