Bei einem schweren Geisterfahrer-Unfall auf der Autobahn 45 in Hessen sind in der Nacht zum Sonntag zwei Menschen ums Leben gekommen und drei Kinder lebensgefährlich verletzt worden. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Mittelhessen ereignete sich der Frontalzusammenstoß nahe der Stadt Florstadt im Wetteraukreis.
Falschfahrerin kollidiert frontal mit entgegenkommendem Wagen
Eine 34-jährige Autofahrerin war nach bisherigem Stand der Ermittlungen aus bislang ungeklärter Ursache auf die falsche Fahrbahn geraten und in Richtung Süden unterwegs, obwohl die Fahrtrichtung eigentlich nach Norden führte. Auf Höhe der Anschlussstelle Florstadt stieß ihr Fahrzeug frontal mit dem Wagen eines 70-jährigen Mannes zusammen, der ordnungsgemäß in entgegengesetzter Richtung unterwegs war.
Durch die Wucht des Aufpralls erlitten beide Fahrzeugführer so schwere Verletzungen, dass sie noch an der Unfallstelle verstarben. In dem Auto des 70-Jährigen befanden sich zudem drei Kinder im Alter von 6, 9 und 11 Jahren. Sie wurden bei dem Zusammenstoß lebensgefährlich verletzt und nach der Erstversorgung durch Rettungskräfte mit Rettungshubschraubern in umliegende Krankenhäuser geflogen. Ihr Zustand wird als kritisch beschrieben.
Ermittlungen zur Unfallursache laufen
Die Polizei hat die Ermittlungen zur genauen Unfallursache aufgenommen. Es werde geprüft, ob gesundheitliche Probleme, Alkohol- oder Drogeneinfluss bei der 34-jährigen Falschfahrerin eine Rolle gespielt haben könnten, so ein Sprecher des Polizeipräsidiums Mittelhessen. „Wir müssen nun alle Möglichkeiten in Betracht ziehen. Die Auswertung der Spuren am Unfallort wird dauern“, erklärte der Ermittler.
Die Autobahn 45 war in beide Richtungen für mehrere Stunden voll gesperrt. Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot im Einsatz, um die Fahrzeuge zu bergen und die Fahrbahn zu reinigen. Die Bergungsarbeiten zogen sich bis in die frühen Morgenstunden hin. Erst gegen 6 Uhr morgens konnte die Sperrung aufgehoben werden.
Zeugen gesucht
Die Polizei bittet mögliche Zeugen, die den Unfallhergang beobachtet haben oder Hinweise auf das Fahrverhalten der 34-Jährigen vor dem Crash geben können, sich zu melden. Insbesondere wird nach Autofahrern gesucht, die die Falschfahrerin möglicherweise vor der Kollision bemerkt und versucht hatten, sie durch Hupen oder Lichthupe zu warnen.
Der Unfall auf der A45 reiht sich ein in eine Serie von Geisterfahrer-Unfällen in Deutschland. Laut Statistik des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) kommen pro Jahr durchschnittlich rund 70 Menschen bei Unfällen mit Falschfahrern ums Leben. Die Dunkelziffer nicht erfasster Beinahe-Unfälle dürfte deutlich höher liegen.



