Der neue Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) will Deutschland zum weltweiten Vorreiter bei der Mobilität der Zukunft machen. Im ARD-„Morgenmagazin“ sagte Bilger: „Ich will, dass Deutschland beim Thema Mobilität der Zukunft die Nummer eins ist.“ Er verwies auf die Erfindung des Autos in Deutschland und betonte den Anspruch, die gesamte Technologie rund um die Mobilität für die Welt zu entwickeln. Damit könnten Arbeitsplätze und Wertschöpfung im Land gehalten werden.
Milliarden für die Infrastruktur
Bilger kündigte an, die Mittel aus dem Sondervermögen Infrastruktur zügig umzusetzen. Über die aktuelle Infrastruktur gebe es zu viele „Negativschlagzeilen“, Verbesserungen müssten spürbar werden. Das Sondervermögen umfasst 100 Milliarden Euro für Investitionen in Schiene, Straße und digitale Netze. Der Minister betonte, dass die Gelder schnell in konkrete Projekte fließen müssten, um die Infrastruktur zukunftsfähig zu machen.
Bahn: Gemischte Bilanz
Mit Blick auf die Deutsche Bahn zog Bilger eine gemischte Bilanz. Erfreulich seien die steigenden Fahrgastzahlen, doch Verspätungen und Unpünktlichkeit blieben ein großes Problem. „Da wissen wir alle, dass da noch ein bisschen was zu tun ist“, so Bilger in der Sendung „Frühstart“. Die Pünktlichkeitsquote der Bahn lag zuletzt bei knapp 70 Prozent im Fernverkehr – deutlich unter dem Ziel von 80 Prozent.
Korridorsanierungen: Bilger kündigt Neubewertung an
Neue Wege will der Minister bei den sogenannten Korridorsanierungen gehen. Dabei werden Streckenabschnitte für mehrere Monate komplett gesperrt und von Grund auf modernisiert. Bilger kündigte eine Überprüfung und Neubewertung dieser Maßnahmen an: „Stand jetzt muss ich feststellen, dass die Korridorsanierungen nicht das Ergebnis gebracht haben, das man sich erhofft hat.“ Er verwies auf nicht eingehaltene Zeitpläne und kündigte Konsequenzen an: „Wenn Zeitpläne nicht eingehalten werden, muss man handeln. Dann muss man vielleicht schon auch Konsequenzen daraus ziehen.“
Gespräch mit Bahnchefin Palla
Für den heutigen Donnerstag kündigte Bilger ein Gespräch mit Bahnchefin Palla an, um über die Probleme bei den Sanierungen zu beraten. Ziel sei es, die Effizienz der Maßnahmen zu steigern und die Belastungen für Fahrgäste zu minimieren. Die Korridorsanierungen betreffen derzeit unter anderem die Strecken Frankfurt–Mannheim und Berlin–Hamburg, wo es zu erheblichen Verspätungen und Umleitungen kommt.
Ausblick: Mobilität der Zukunft als Jobmotor
Bilger verknüpfte seine Vision von der führenden Rolle Deutschlands mit wirtschaftlichen Chancen. Die Entwicklung innovativer Mobilitätslösungen – von der Elektromobilität über autonomes Fahren bis zur vernetzten Infrastruktur – könne zehntausende Arbeitsplätze in Deutschland schaffen oder sichern. Der Minister rief dazu auf, die technologische Führerschaft nicht zu verspielen. „Unser Anspruch sollte sein, dass wir die ganze Technologie rund um die Mobilität für die Welt entwickeln“, bekräftigte er.



