Neuburg an der Donau – Ein ungewöhnlicher Einsatz hat am Montag für Aufsehen gesorgt: Eine Busfahrerin hat einen verkeilten Lastwagen auf der Donaubrücke in Neuburg freigezogen und damit ein drohendes Verkehrschaos beendet. Der Vorfall ereignete sich am frühen Morgen, als der Lkw beim Abbiegen auf der Brücke hängen blieb und die Fahrbahn blockierte.
Lkw blockiert Donaubrücke – Busfahrerin handelt beherzt
Der Lastwagen war gegen 7 Uhr auf der Donaubrücke in Fahrtrichtung Innenstadt unterwegs, als er sich beim Abbiegen in eine Seitenstraße verkeilte. Der Fahrer hatte offenbar die Abmessungen seines Fahrzeugs falsch eingeschätzt und blieb mit dem Aufbau an der Brückenkonstruktion hängen. Die Folge: Die komplette Brücke war blockiert, der Berufsverkehr stand still.
Eine Busfahrerin der Stadtwerke Neuburg, die mit ihrem Linienbus hinter dem Lkw wartete, reagierte beherzt. Sie stieg aus, begutachtete die Lage und entschloss sich, den Lkw mit ihrem Bus freizuziehen. Mit viel Geschick und Erfahrung setzte sie ihr Fahrzeug so ein, dass der Lastwagen wieder frei kam. Innerhalb weniger Minuten war die Brücke wieder passierbar.
Polizei spricht von ungewöhnlichem Einsatz
Die Polizei Neuburg bestätigte den Vorfall. „Die Busfahrerin hat mit ihrer schnellen und umsichtigen Reaktion Schlimmeres verhindert“, sagte ein Sprecher. „Ohne ihr Eingreifen hätte der Stau möglicherweise den gesamten Vormittag angedauert.“ Der Lkw-Fahrer, der aus dem Landkreis stammt, blieb unverletzt. An der Brücke entstand nach ersten Erkenntnissen kein Schaden, auch der Bus blieb unbeschädigt.
Die genaue Ursache für das Verkeilen ist noch unklar. Die Polizei geht jedoch davon aus, dass der Fahrer die Höhe seines Fahrzeugs unterschätzt hatte. Eine Anzeige wurde nicht erstattet, da es sich um ein technisches Missgeschick handelte.
Lob für die Busfahrerin
Die Stadtwerke Neuburg zeigten sich stolz auf ihre Mitarbeiterin. „Wir sind sehr froh, dass unsere Fahrerin so geistesgegenwärtig gehandelt hat“, sagte ein Sprecher. „Sie hat nicht nur den Verkehr gerettet, sondern auch mögliche Folgeschäden vermieden.“ Die Busfahrerin selbst wollte keine große Sache daraus machen: „Ich habe nur getan, was notwendig war“, sagte sie der Polizei gegenüber.
Der Vorfall erinnert an ähnliche Ereignisse in der Region, bei denen Brücken und Tunnel immer wieder zum Hindernis für zu hohe Fahrzeuge werden. Erst im vergangenen Jahr hatte ein Lkw die Donaubrücke in Neuburg beschädigt, als er sich unter der Brücke verkeilte. Damals musste die Brücke für mehrere Stunden gesperrt werden.
Verkehrschaos blieb aus – dank schnellem Eingreifen
Obwohl die Rettungsaktion nur wenige Minuten dauerte, blieb ein größeres Verkehrschaos aus. Die Polizei hatte zwischenzeitlich den Verkehr umgeleitet, konnte die Sperrung aber nach dem Eingreifen der Busfahrerin schnell aufheben. Pendler mussten nur geringe Verzögerungen in Kauf nehmen.
Die Donaubrücke in Neuburg ist eine wichtige Verkehrsader für die Stadt und verbindet die Innenstadt mit den nördlichen Stadtteilen. Täglich nutzen tausende Fahrzeuge die Brücke. Eine längere Sperrung hätte erhebliche Auswirkungen auf den Verkehr in der Region gehabt.
Erfahrung und Umsicht gefragt
Experten betonen, dass in solchen Situationen oft schnelles und besonnenes Handeln gefragt ist. „Nicht jeder hätte in dieser Situation so reagiert“, sagte ein Verkehrsexperte der örtlichen Polizei. „Die Busfahrerin hat bewiesen, dass sie ihren Beruf beherrscht und auch in Ausnahmesituationen einen kühlen Kopf bewahrt.“
Der Vorfall sorgte in den sozialen Medien für viel Lob. Viele Nutzer bezeichneten die Busfahrerin als „Heldin des Tages“ und forderten eine Belohnung. Die Stadtwerke kündigten an, die Mitarbeiterin für ihren Einsatz zu würdigen.
Die Polizei appelliert derweil an alle Lkw-Fahrer, die Verkehrsschilder zu beachten und die Abmessungen ihrer Fahrzeuge genau zu kennen. „Solche Vorfälle lassen sich vermeiden, wenn man die Hinweise ernst nimmt“, so der Sprecher.



