Schwere Gewitter mit heftigem Starkregen und Hagel werden am Donnerstag vor allem im Süden Deutschlands erwartet. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnet ab Nachmittag mit heftigem Starkregen von etwa 30 Litern pro Quadratmeter innerhalb einer Stunde, Hagelkörnern mit bis zu drei Zentimetern Durchmesser und schweren Sturmböen von bis zu 100 Kilometern pro Stunde.
Gewitterlage in anderen Landesteilen
In den übrigen Teilen Deutschlands fallen die Gewitter weniger schwer aus. Dort sind Starkregenmengen um 15 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit, stürmische Böen um 70 Kilometer pro Stunde und kleinkörniger Hagel zu erwarten. Die Unwettergefahr bleibt jedoch bestehen.
Bereits schwere Unwetter in Baden-Württemberg
Erst am Mittwoch hatten heftige Unwetter mit Hagel, Gewitter, Sturm und Starkregen in Baden-Württemberg zahlreiche Feuerwehreinsätze ausgelöst. Besonders betroffen waren die Bodenseeregion und der Raum Reutlingen. Am Bodensee rückte die Feuerwehr vor allem wegen umgestürzter Bäume aus. In Kressbronn stürzte auf einem Campingplatz ein Baum auf ein Wohnmobil.
In Reutlingen führten Starkregen und ein Hagelsturm mit bis zu fünf Zentimeter großen Körnern zu vollgelaufenen Kellern, überfluteten Straßen und einem zeitweiligen Stromausfall für rund 6.000 Haushalte. In Schemmerhofen (Kreis Biberach) lag der Hagel zentimeterhoch auf den Straßen.
Weitere Zwischenfälle
Auf der A81 bei Singen überschlug sich ein Auto mehrfach, als plötzlich Starkregen einsetzte – die Fahrerin blieb unverletzt. In Aitrach erlitt eine 43-Jährige einen leichten Stromschlag, als ein Blitz einschlug, während sie ihr ladendes Handy in der Hand hielt. In Lichtenstein setzte ein Blitz den Dachstuhl eines unbewohnten Hauses in Brand.
Hitze klingt aus
Am Donnerstag wird es noch einmal heiß: Im Südwesten von der Donau bis zum Niederrhein sind oft über 30 Grad möglich. „Am Donnerstag bäumen sich die Temperaturen noch ein letztes Mal auf“, erklärte Fabian Chow von der Wettervorhersagezentrale des DWD. Besonders rund um den Oberrheingraben ist die Wärmebelastung stark.
Am Freitag bringt ein Luftmassenwechsel das Ende der Hitze. „Dabei kommt es jedoch verbreitet zu reger Gewitteraktivität“, sagte Chow. Die Luft sei weiter energiegeladen, die Gewitter könnten heftig ausfallen. Zum Wochenende wird es dann deutlich kühler mit oft unter 25 Grad, an der Küste teils stürmisch.



