Der Chef des Fernbus- und Bahnbetreibers Flix, André Schwämmlein, zeigt sich unbesorgt angesichts des bevorstehenden Markteintritts des italienischen Konkurrenten Italo auf dem deutschen Schienennetz. In einem Interview betonte Schwämmlein, dass FlixTrain weiterhin die günstigste Option im Fernverkehr bleiben werde: „Wir werden weiterhin günstiger sein als jeder andere.“
Expansionspläne: Alle Großstädte anbinden
Schwämmlein bekräftigte die ehrgeizigen Ziele von FlixTrain: „Wir wollen alle großen Ballungsräume verbinden, jede Großstadt.“ Derzeit bedient das Unternehmen rund 40 Städte in Deutschland, plant aber eine deutliche Ausweitung des Streckennetzes. FlixTrain setzt dabei auf eine konsequente Niedrigpreisstrategie und flexible Tarifmodelle, um Kunden von der Deutschen Bahn abzuwerben.
Italo als neuer Wettbewerber
Der italienische Hochgeschwindigkeitsbetreiber Italo, eine Tochter der staatlichen Eisenbahngesellschaft Ferrovie dello Stato Italiane, plant ab 2025 erste Verbindungen in Deutschland. Experten erwarten, dass Italo vor allem auf der Strecke Frankfurt–Köln–Berlin Druck auf die etablierten Anbieter ausüben wird. Schwämmlein sieht darin jedoch keine unmittelbare Bedrohung: „Der Wettbewerb belebt das Geschäft. Wir sind bereit, uns zu behaupten.“
Strategische Vorteile von FlixTrain
FlixTrain kann auf die Erfahrung und Infrastruktur des Mutterkonzerns Flix zurückgreifen, der bereits im Fernbusgeschäft erfolgreich ist. Das Unternehmen nutzt ein flexibles Wartungskonzept und setzt auf moderne, aber gebrauchte Fahrzeuge, um Kosten zu senken. Zudem arbeitet FlixTrain mit verschiedenen Eisenbahnverkehrsunternehmen zusammen, was schnellere Anpassungen an Marktveränderungen ermöglicht.
Auswirkungen auf den deutschen Schienenmarkt
Der Eintritt von Italo dürfte den Wettbewerb im deutschen Fernverkehr weiter verschärfen. Die Deutsche Bahn hat bereits angekündigt, ihr Angebot zu verbessern und Preise anzupassen. FlixTrain profitiert von der steigenden Nachfrage nach günstigen Reisealternativen. Laut einer aktuellen Umfrage wären rund 30 Prozent der Bahnreisenden bereit, zu einem günstigeren Anbieter zu wechseln, sofern die Reisezeit nur geringfügig länger ist.
Zukunftsperspektiven
Schwämmlein betont, dass FlixTrain langfristig den Marktanteil ausbauen will. „Unser Ziel ist es, bis 2030 mindestens 10 Prozent des deutschen Fernverkehrs abzuwickeln.“ Derzeit liegt der Anteil bei rund 3 Prozent. Neben der Expansion in Deutschland denkt FlixTrain auch über grenzüberschreitende Verbindungen nach, etwa nach Österreich, Frankreich und in die Niederlande. Der Chef zeigt sich überzeugt, dass das Unternehmen auch gegen starke Konkurrenten wie Italo bestehen kann: „Wir haben die Nase vorn, was Flexibilität und Preis-Leistung angeht.“



