Die Stadt Illertissen hat offiziell einen Förderantrag beim Bund für den Ausbau des Glasfasernetzes gestellt. Das teilte die Stadtverwaltung am Mittwoch mit. Mit der Förderung sollen Gebiete erschlossen werden, die von Telekommunikationsunternehmen bislang nicht wirtschaftlich ausgebaut werden können. Die Entscheidung über die Vergabe der Fördermittel wird für den Sommer erwartet.
Hintergrund: Warum fördert der Bund den Glasfaserausbau?
Der Bund unterstützt mit dem Förderprogramm „Gigabit-Richtlinie“ den Aufbau von Hochgeschwindigkeitsnetzen in ländlichen Regionen. Ziel ist es, unterversorgte Adressen mit mindestens 1 Gigabit pro Sekunde im Download anzuschließen. In Illertissen betrifft das nach Angaben der Stadt mehrere Ortsteile, in denen die bisherige Versorgung unter 100 Mbit/s liegt. Die Stadtverwaltung hat in den vergangenen Monaten eine umfassende Bestandsaufnahme der verfügbaren Bandbreiten erstellt und daraus den Förderbedarf abgeleitet.
Welche Gebiete profitieren vom Glasfaserausbau?
Der Antrag umfasst vor allem Gebiete in den Ortsteilen Tiefenbach, Unterroggen, Emershofen und Teile des Hauptorts. Laut Bürgermeister Jürgen Eisenhardt sei man „gut vorbereitet“ und habe die Chancen auf eine Förderung sorgfältig geprüft. „Wir wollen, dass alle Bürgerinnen und Bürger von schnellem Internet profitieren – egal ob in der Innenstadt oder in den Außenbezirken“, wird Eisenhardt in der Pressemitteilung zitiert. Die Stadt rechnet mit Gesamtkosten von rund 4,5 Millionen Euro für den Ausbau. Bei einer Förderquote von bis zu 50 Prozent könnte der städtische Eigenanteil bei etwa 2,25 Millionen Euro liegen.
Wie geht es nach der Entscheidung weiter?
Sollte der Förderantrag bewilligt werden, will die Stadt unverzüglich mit der Planung beginnen. Die Ausschreibung für die Bauleistungen könnte noch in diesem Jahr starten, der eigentliche Ausbau wäre dann ab 2026 möglich. Die Stadt betont, dass der Glasfaserausbau ein zentraler Baustein für die Attraktivität als Wohn- und Wirtschaftsstandort sei. Auch die örtlichen Unternehmen und Schulen sollen von den neuen Anschlüssen profitieren.
Die Stadt Illertissen hat bereits Erfahrung mit dem Breitbandausbau: In den vergangenen Jahren wurden mehrere Gewerbegebiete und öffentliche Einrichtungen an das Glasfasernetz angeschlossen. Der neue Antrag zielt nun auf die flächendeckende Versorgung der Wohngebiete ab.
Kritik und Alternativen
Nicht alle sind mit der Strategie der Stadt einverstanden. Kritiker bemängeln, dass die Förderung bürokratisch sei und private Anbieter ausgebremst würden. Die Stadtverwaltung hält dagegen: „Ohne Förderung wäre ein wirtschaftlicher Ausbau in vielen Ortsteilen nicht möglich“, so ein Sprecher. Man setze auf eine enge Zusammenarbeit mit den Telekommunikationsunternehmen, die bereits in Illertissen aktiv sind. Die Entscheidung des Bundes wird mit Spannung erwartet – für die Stadt ist sie ein wichtiger Schritt in die digitale Zukunft.



