Die Schleifähre „Missunde III“ hat ihren Betrieb nach nur wenigen Tagen erneut einstellen müssen. Der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark, Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN.SH) gab Sicherheitsbedenken als Grund an. „Leider haben die Maßnahmen, die wir zuletzt ergriffen haben, nicht den gewünschten Erfolg gezeigt“, erklärte Direktorin Birgit Matelski laut Mitteilung. Mit Hochdruck werde an einer Lösung gearbeitet, doch ein Termin für die Wiederinbetriebnahme stehe noch nicht fest.
Erst am vergangenen Samstag wieder gestartet
Erst am Samstag, dem 25. Juli 2026, war der Fährverkehr zwischen Brodersby (Kreis Schleswig-Flensburg) und dem zu Kosel gehörenden Dorf Missunde (Kreis Rendsburg-Eckernförde) nach mehr als einwöchiger Unterbrechung wieder aufgenommen worden. Der Pächter hatte den Verkehr zuvor ebenfalls wegen Sicherheitsbedenken gestoppt. Ursache war ein defekter Fanghaken, der beim Anlegen in bestimmten Konstellationen nicht richtig einrastete. Die nun erneute Einstellung zeigt, dass das Problem behoben werden sollte, aber nicht vollständig gelöst werden konnte.
Technische Pannen seit Betriebsstart
Die elektrisch betriebene Fähre hatte erst Ende April 2026 – mit einer Verzögerung von zwei Jahren – ihren Betrieb aufgenommen. Seitdem kam es mehrfach zu ungeplanten Unterbrechungen. Die „Missunde III“ sollte die alte Fähre ersetzen, die aufgrund ihres Alters nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben war. Die neue Fähre ist Teil des öffentlichen Nahverkehrs und verbindet die beiden Ufer der Schlei. Jeder Ausfall zwingt Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger zu einem Umweg von fast 40 Kilometern über die nächste Brücke.
Bedeutung der Fährverbindung für die Region
Die Fähre zwischen Brodersby und Kosel ist eine wichtige Verkehrsader in der Region. Pro Jahr werden rund 120.000 Fahrzeuge und etwa 50.000 Fahrräder übergesetzt. Für Pendler, Touristen und Anwohner ist die Verbindung unverzichtbar. Bei Ausfällen entstehen erhebliche Zeitverluste und zusätzliche Kosten.
Die zuständigen Behörden versichern, dass alle Anstrengungen unternommen werden, um das Fanghakensystem dauerhaft zu reparieren. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, die Sicherheit zu gewährleisten und die Fähre so schnell wie möglich wieder in Betrieb zu nehmen“, sagte Matelski. Bis dahin bleibt die Schlei an dieser Stelle für den Fahrzeug- und Fahrradverkehr gesperrt.



