Potsdams Brandenburger Straße: Sanierung dauert bis 2031
Potsdams Brandenburger Straße: Sanierung dauert bis 2031

Die Sanierung der Brandenburger Straße in Potsdam dauert länger als geplant. Die Arbeiten werden sich um ein Jahr verzögern und sollen nun erst bis mindestens 2031 abgeschlossen sein. Das bedeutet: Für Anwohner, Geschäfte und Passanten bleibt die zentrale Einkaufsmeile noch weitere Jahre eine Baustelle. Die Straße trägt damit weiterhin den Titel der Potsdamer Dauerbaustelle.

Die 750 Meter lange Straße ist eines der wichtigsten Projekte der Potsdamer Innenstadtentwicklung. Seit 2022 wird sie grundhaft saniert. Ursprünglich sollten die Bauarbeiten 2030 enden, nun geht die Stadt von einer Verlängerung bis 2031 aus. Den Anstoß für die neue Zeitplanung gaben die Verantwortlichen aus dem Rathaus und den Stadtwerken.

Wie die beiden Projektleiterinnen des Umbaus und die städtische Bereichsleiterin für Verkehrsanlagen, Martina Woiwode, erklären, gibt es mehrere Gründe für die lange Bauzeit. Stadt und Stadtwerke müssten auf einer Baustelle zusammenarbeiten, die durch ein dichtes Netz an Versorgungsleitungen und die historische Bausubstanz geprägt sei. Eine solche Ausgangslage sei von keiner anderen Straße in der Landeshauptstadt bekannt.

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Warum ein Jahr mehr Bauzeit nötig ist

Die Verzögerung von zwölf Monaten sei vor allem auf die komplizierten Umstände bei der Erneuerung der unterirdischen Infrastruktur zurückzuführen, berichten die Projektleiterinnen. Die Brandenburger Straße ist nicht nur eine der meistfrequentierten Einkaufsstraßen der Landeshauptstadt, sondern auch eine bautechnische Herausforderung. Unter dem Pflaster verlaufen Leitungen für Elektrizität, Wärme, Wasser und Kommunikation – teils an den Stellen, an denen auch die neuen Kanäle entstehen sollen. Jeder Eingriff erfordert daher eine detaillierte Planung.

Ein weiterer Zeitfaktor ist die Koordination des laufenden Verkehrs. Die Stadt will verhindern, dass die Einkaufsmeile während der Arbeiten vollständig gesperrt wird. Fußgänger sollen die Geschäfte weiterhin erreichen, Rettungsfahrzeuge und Anlieferungen müssen durchkommen. Diese logistischen Anforderungen verlangsamen den Fortschritt erheblich. Hinzu kommt die Abstimmung mit den Anwohnern und dem Einzelhandel, deren Bedürfnisse in jede Bauphase einfließen müssen.

Wer trägt die Verantwortung für das Projekt?

Seit 2022 laufen die Arbeiten in der Brandenburger Straße. In den ersten Jahren stand die Erneuerung von Kanal- und Versorgungsleitungen im Mittelpunkt, die maßgeblich von den Stadtwerken umgesetzt wird. Die eigentliche Straßengestaltung – neue Pflasterflächen, Beleuchtung und Stadtmöblierung – folgt erst im späteren Verlauf. Nach Einschätzung der Projektleiterinnen lässt sich der Zeitplan nicht straffen, ohne die Qualität zu gefährden.

Zu den besonderen Anforderungen gehört der Umgang mit der historischen Bausubstanz. Die Brandenburger Straße liegt im Herzen der Potsdamer Altstadt. Denkmalschutzauflagen schreiben bestimmte Materialien und Verarbeitungsweisen vor, was die Sanierung aufwendiger macht. Woiwode verweist in diesem Zusammenhang auf die Verantwortung gegenüber dem Stadtbild. Nicht jede moderne Bautechnik lässt sich in diesem Umfeld ohne Weiteres einsetzen.

Bürger und Gewerbe müssen sich gedulden

Die Verlängerung der Bauzeit trifft insbesondere die Geschäftsleute, die bereits seit Jahren mit Einschränkungen leben. Baustellenlärm und Umwege schrecken manche Kunden ab. Die Stadt reagiert nach eigenen Angaben mit Maßnahmen zur Unterstützung des Einzelhandels, darunter verbesserte Hinweisschilder und geführte Wege zu den geöffneten Läden. Trotzdem bleibt die Belastung für die ansässigen Betriebe hoch.

Anwohner der Brandenburger Straße und der angrenzenden Gassen müssen sich weiterhin auf teilweise Vollsperrungen und Lärm einstellen. Die Stadt verspricht, rechtzeitig über alle Bauphasen zu informieren. Zudem sind regelmäßig öffentliche Baustellenführungen geplant, um den Fortschritt erlebbar zu machen. So soll auch das Verständnis für die lange Bauzeit wachsen.

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Was bis 2031 passieren soll

In den kommenden Jahren stehen die letzten Abschnitte der Leitungsarbeiten und die Neugestaltung der Straßenoberfläche an. Die Stadtwerke kündigen an, auch die Anbindung der umliegenden Gebäude an das Fernwärmenetz in dieser Zeit zu erneuern. Die eigentliche Oberflächengestaltung wird aus Sicht der Projektleiterinnen die längste Phase sein, weil sie in engen Teilabschnitten erfolgen muss.

Insgesamt wird sich die Bauzeit am Ende auf neun Jahre summieren, von 2022 bis 2031. Die Verantwortlichen verteidigen das langwierige Vorgehen. Eine Nachbesserung wäre später deutlich teurer und noch störender, heißt es aus dem Rathaus. Bis 2031 müssen sich Potsdam und seine Besucher also weiterhin auf eine Baustelle in bester Lage einstellen – mit einem fertigen und hochwertigen Ergebnis als Ziel.