Risse in Europas größter Holz-Wildbrücke: B101 gesperrt
Risse in Holz-Wildbrücke: B101 gesperrt

Erst sechs Jahre nach ihrer Eröffnung muss die größte Holz-Wildbrücke Europas in Brandenburg wegen gefährlicher Risse im Holztragwerk vollständig gesperrt werden. Die Bundesstraße 101 ist seit dem vergangenen Freitag zwischen Thyrow und Trebbin nicht mehr befahrbar. Laut des Landesbetriebs Straßenwesen Brandenburg wurde bei einer Untersuchung der Grünbrücke eine „fehlende Standfestigkeit aufgrund von Rissen im Holztragwerk“ festgestellt.

Hintergrund: Europas größte Holz-Wildbrücke bei Thyrow

Die Wildbrücke bei Thyrow im Landkreis Teltow-Fläming wurde 2020 eröffnet und gilt als das größte Bauwerk dieser Art in Europa. Mit Baukosten von rund 8,2 Millionen Euro war das Projekt deutlich günstiger als eine vergleichbare Stahlbeton-Konstruktion. Die Brücke überspannt die stark frequentierte B101 und ermöglicht Wildtieren wie Rotwild, Rehen und Wildschweinen eine sichere Querung der vielbefahrenen Bundesstraße.

Doch nun zeigen sich bereits nach kurzer Zeit erhebliche Schäden. Ein Sachverständiger sieht nach Informationen der „B.Z.“ „eine wesentliche Gefährdung der Stand- und Tragsicherheit der Brücke“. Die Sperrung sei daher unumgänglich gewesen, um eine Gefahr für den Verkehr auszuschließen.

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Auswirkungen: 15.000 Fahrzeuge täglich betroffen

Die Vollsperrung der B101 hat erhebliche Auswirkungen auf den Verkehr in der Region. Nach Angaben der „B.Z.“ sind täglich rund 15.000 Fahrzeuge von der Sperrung betroffen. Der Verkehr wird über zwei lange Umleitungsstrecken durch fünf verschiedene Dörfer geführt, was zu erheblichen Behinderungen und längeren Fahrzeiten führt.

Der Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg hat die Umleitungen ausgeschildert, doch Anwohner und Pendler klagen über zusätzlichen Verkehr in den Ortsdurchfahrten. Besonders zu den Stoßzeiten kommt es in den Dörfern zu Staus und erhöhtem Lärmaufkommen.

Ursachenforschung: Bohrkerne und Vermessung geplant

Um die genaue Ursache der Risse zu ermitteln, sollen Experten in den kommenden Tagen Bohrkerne aus dem Holztragwerk entnehmen und die Brücke vermessen. Die Untersuchungen sollen am Mittwoch beginnen, wie ein Sprecher des Potsdamer Verkehrsministeriums der „B.Z.“ mitteilte. Die Ergebnisse werden mit Spannung erwartet, da sie darüber entscheiden, ob die Brücke saniert werden kann oder ob ein Abriss unumgänglich ist.

Die Bundes-Baugesellschaft DEGES, die für den Bau verantwortlich war, räumt gegenüber der Zeitung ein: „Holz kommt bei großen Stützweiten an seine Grenzen.“ Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass die Konstruktion für die Spannweite der Brücke nicht ausreichend dimensioniert war.

Zukunft: Sanierung möglich, Abriss unwahrscheinlich

Wie lange die B101 gesperrt bleibt, ist derzeit unklar. Ein Sprecher des Verkehrsministeriums erklärte, dass man nach aktuellem Stand von einer Sanierung ausgehe. Ein Abriss der Brücke drohe offenbar nicht. Die Sanierung könnte jedoch aufwendig und teuer werden, da die Risse im Holz tragende Teile betreffen.

Die Sperrung der B101 ist ein weiteres Beispiel für die Probleme mit der Verkehrsinfrastruktur in Deutschland. Während Betonbrücken oft unter Alterung und mangelnder Instandhaltung leiden, zeigt dieser Fall, dass auch innovative Holzbaumaterialien nicht vor frühzeitigen Schäden gefeit sind. Die Behörden stehen nun vor der Herausforderung, die Brücke schnellstmöglich zu reparieren, um die Verkehrsbehinderungen zu beenden.

Bis dahin müssen sich Autofahrer auf die Umleitungen einstellen. Die Behörden empfehlen, den Bereich weiträumig zu umfahren und ausreichend Zeit einzuplanen. Die genaue Dauer der Sperrung wird nach den Untersuchungen am Mittwoch bekannt gegeben.

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