Seit dem 7. April läuft die europaweite Speed-Kontrollwoche der Polizei. Mehr als 20 Länder beteiligen sich an der Aktion, die noch bis zum 13. April dauert. Im Gegensatz zu früheren Jahren bleibt diesmal geheim, an welchen Stellen geblitzt wird.
Überraschungseffekt statt Vorankündigung
Organisiert wird die Kontrollwoche von ROADPOL, dem Netzwerk der europäischen Verkehrspolizeien. Neben den regulären Radarfallen kommen auch mobile Blitzer und Laserpistolen zum Einsatz. Der Höhepunkt ist der europäische Speed-Marathon am Mittwoch, 9. April, bei dem 24 Stunden lang ununterbrochen gemessen wird.
Anders als beim bisherigen Speed-Marathon werden die Messstellen nicht im Vorfeld veröffentlicht. Die Polizei erhofft sich davon eine höhere Abschreckung: Autofahrer müssen an jeder Stelle mit einer Kontrolle rechnen und sollen dadurch ihr Tempo dauerhaft anpassen.
Das ist das Ziel der Aktion
Zu schnelles Fahren ist in Europa eine der häufigsten Unfallursachen. Nach Angaben von ROADPOL ließen sich durch angepasste Geschwindigkeit viele schwere Verkehrsunfälle vermeiden. Mit der Kontrollwoche wollen die Behörden die Zahl der Verkehrstoten weiter senken.
Die Beamten kontrollieren nicht nur auf Autobahnen, sondern verstärkt auch auf Landstraßen und innerorts. Besonders in der Nähe von Schulen, Kindergärten und Krankenhäusern wird häufig gemessen. Auch Nachtfahrten sind betroffen: In den frühen Morgenstunden wird besonders schnell gefahren.
Deutschland weitgehend beteiligt
Fast alle Bundesländer nehmen an der Aktionswoche teil. Die Polizei setzt sowohl fest installierte Anlagen als auch mobile Messgeräte ein. Zuständig sind jeweils die Länderpolizeien, teilweise unterstützt durch die Bundespolizei. Auch in Bayern sind zusätzliche Kontrollen angekündigt.
Besonders häufig gemessen wird auf stark befahrenen Bundesstraßen und in Baustellen. Auch an Unfallschwerpunkten sind die Beamten präsent. In einigen Bundesländern ist die Verwendung von Radarwarnern verboten und wird mit Bußgeld geahndet.
Kritik an der Geheimhaltung kommt von Automobilclubs: Diese fordern, die Standorte zu veröffentlichen, um eine Akzeptanz bei den Autofahrern zu erreichen. Die Polizei hält dagegen, dass gerade die Unberechenbarkeit die präventive Wirkung erhöht.
Internationale Beteiligung
In ganz Europa wird in dieser Woche geblitzt: Von Spanien bis Polen messen die Polizeibehörden fast zeitgleich. Auch außerhalb der EU wie in der Schweiz und in Großbritannien wird die Aktionswoche unterstützt. Laut ROADPOL handelt es sich um eine der größten koordinierten Aktionen der vergangenen Jahre.
Bußgelder und Punkte im Überblick
Wer während der Kontrollwoche zu schnell unterwegs ist, muss mit den üblichen Sanktionen rechnen. Bereits bei geringen Überschreitungen werden Verwarngelder fällig. Ab 21 km/h zu viel werden Punkte in Flensburg vergeben. Bei höheren Geschwindigkeitsüberschreitungen drohen Bußgelder von bis zu 680 Euro sowie Fahrverbote.
Besonders hart bestraft werden Raser außerorts: Wer statt der erlaubten 100 km/h mit 150 km/h gemessen wird, muss mit einem Bußgeld von 200 Euro, zwei Punkten und einem Monat Fahrverbot rechnen. Innerorts ist die Strafe noch höher – hier werden 260 Euro fällig.
So werden die Kontrollen durchgeführt
Neben fest installierten Radarfallen kommen mobile Blitzer in Zivilfahrzeugen zum Einsatz. Die Polizei nutzt zudem Streckenkontrollen, bei denen die Durchschnittsgeschwindigkeit über mehrere Kilometer berechnet wird. Die Ergebnisse der Kontrollwoche werden im Anschluss veröffentlicht.
ROADPOL kündigte an, die Aktion auszuwerten und möglicherweise zu wiederholen. Autofahrer sollten daher auch nach der Woche wachsam bleiben.



