Viele Katzen bevorzugen überraschenderweise die Toilettenschüssel gegenüber ihrem Wassernapf. Was für Menschen ungewöhnlich oder sogar eklig wirkt, hat aus Sicht der Katze oft nachvollziehbare Gründe. Die Toilette bietet kühles, ständig erneuertes Wasser und einen ruhigen Ort – ideale Bedingungen für viele Samtpfoten.
Kühles und frisches Wasser: Der Napf hat das Nachsehen
Katzen mögen Wasser oft kühl und frisch. Während Wasser im Napf über Stunden steht, sich erwärmt und dabei Haare, Speichel oder Futterreste aufnehmen kann, wird das Wasser in der Toilette durch regelmäßiges Spülen ständig erneuert. Außerdem bleibt es durch die Porzellanschüssel meist angenehm kühl. Diese Kombination aus Frische und Temperatur macht das Toilettenwasser für viele Katzen attraktiver als das aus ihrer Trinkschale.
Der Unterschied ist für Katzen deutlich spürbar: Ein Napf, der stundenlang in der warmen Wohnung steht, verliert an Qualität. Die Toilette hingegen bietet quasi ein frisches „Quellwasser“-Erlebnis. Dieser Reiz ist für die Tiere oft unwiderstehlich.
Neugier und der Reiz des Abflusses
Katzen sind von Natur aus neugierig. Viele begleiten ihre Menschen ins Badezimmer und entdecken dabei die Toilette als interessante Wasserquelle. Das plötzliche Abfließen des Wassers nach dem Spülen fasziniert viele Tiere. Manche spielen mit dem Wasser oder lecken es zunächst von den Pfoten. Daraus kann sich mit der Zeit eine feste Gewohnheit entwickeln, wie PETBOOK (gehört ebenfalls zu Axel Springer) berichtet.
Die Bewegung des Wassers und das Geräusch des Spülens sind für Katzen ein spannendes Erlebnis. Dieses Verhalten zeigt, wie intelligent und anpassungsfähig die Tiere sind – auch wenn es für Menschen befremdlich wirken mag.
Ein ruhiger Ort zum Trinken: Das Badezimmer als Rückzugsort
Auch der Standort spielt eine Rolle. Wassernäpfe stehen häufig an belebten Orten in der Wohnung, etwa in der Küche oder im Flur. Katzen trinken jedoch gern ungestört. Das Badezimmer bietet oft genau die Ruhe, die viele Tiere bevorzugen. Die Toilette wird dadurch zusätzlich aufgewertet.
In einem ruhigen Badezimmer können Katzen ungestört trinken, ohne von Haushaltsaktivitäten oder anderen Tieren gestört zu werden. Dieses Bedürfnis nach Ruhe ist ein evolutionäres Erbe: In der freien Natur trinken Wildkatzen an versteckten Wasserstellen, um sich vor Fressfeinden zu schützen.
Gefahren: Reinigungsmittel und Klosteine sind giftig
Grundsätzlich können sich in Toiletten Keime befinden. Problematischer als Bakterien sind jedoch Rückstände von Reinigungsmitteln oder Klosteinen, die für Katzen giftig sein können. Viele Tiere meiden stark riechende Reiniger zwar von selbst, dennoch sollten Halter vorsichtig sein. Besonders bei jungen Katzen besteht zudem die Gefahr, in die Schüssel zu rutschen. Für Kitten empfiehlt es sich deshalb, den Toilettendeckel geschlossen zu halten.
Die Giftstoffe in Reinigungsmitteln können bei Katzen zu Vergiftungserscheinungen wie Erbrechen, Durchfall oder sogar schweren Gesundheitsschäden führen. Ein versehentliches Rutschen in die Toilette kann für kleine Kätzchen lebensbedrohlich sein, da sie nicht selbstständig herausklettern können.
Alternativen anbieten: So entwöhnen Sie Ihre Katze von der Toilette
Wer verhindern möchte, dass seine Katze aus der Toilette trinkt, sollte attraktive Alternativen anbieten: mehrere Trinkstellen, regelmäßig frisches Wasser und idealerweise einen Trinkbrunnen. Fließendes, kühles Wasser kommt den Vorlieben vieler Katzen besonders entgegen und kann die Toilette schnell als Lieblings-Wasserquelle ablösen.
Ein Trinkbrunnen simuliert natürliche Wasserquellen und ist für Katzen oft unwiderstehlich. Verteilen Sie mehrere Näpfe in verschiedenen Räumen, um der Katze Auswahl zu bieten. Wechseln Sie das Wasser mindestens einmal täglich, um Frische zu gewährleisten. Mit diesen Maßnahmen können Sie die ungewöhnliche Angewohnheit Ihrer Katze erfolgreich umlenken.



