Die AfD liegt in Sachsen-Anhalt weiter deutlich vorn. Im aktuellen „Sachsen-AnhaltTREND“ von Infratest dimap erreicht die Partei unverändert 41 Prozent. Die CDU des Ministerpräsidenten Sven Schulze verliert im Vergleich zur letzten Umfrage im Mai zwei Prozentpunkte und kommt auf 24 Prozent. Die Linke erhält 13 Prozent, die SPD 7 Prozent. Die Grünen erreichen 5 Prozent und hätten damit Chancen auf den Einzug in den Landtag. Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) scheitert mit 4 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde. Die FDP wird wegen niedriger Werte nicht einzeln ausgewiesen.
Infratest dimap befragte vom 23. bis 28. Juli insgesamt 1.149 wahlberechtigte Sachsen-Anhalterinnen und Sachsen-Anhalter telefonisch und online. Die Umfrage ist den Angaben zufolge repräsentativ. Die Partei wird in Sachsen-Anhalt als rechtsextrem eingestuft.
Schulze: Bundesregierung hat Wahlkampf ausgebremst
Ministerpräsident Sven Schulze wertete die Ergebnisse als positives Zeichen. „Die Umfrage sagt ganz klar, dass keiner hier eine Mehrheit hat, dass es am Ende hier ein Kopf-an-Kopf-Rennen ist“, sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Nun gelte es, um jede Stimme zu kämpfen. Dieser Kampf sei allerdings wegen des Handelns der Bundesregierung in den vergangenen Wochen „unheimlich schwer“ gewesen, so Schulze. „Wenn diese Berliner Themen nun endlich mal zu Ende sind und diese Schlagzeilen nicht den Wahlkampf in Sachsen-Anhalt überlagern, dann wird es uns auch gelingen, Unterstützung aus der Bevölkerung noch stärker zu bekommen.“
Grüne und Linke zeigen sich zufrieden
Für die Grünen seien die neuen Umfragewerte Antrieb und Motivationsschub, sagte der Bundesvorsitzende Felix Banaszak. „Je mehr Parteien in den Landtag einziehen, die eine Zusammenarbeit mit der AfD ausschließen, desto unwahrscheinlicher ist, dass Regierungsmacht an die AfD übertragen wird“, erklärte er. Die hohen Werte der AfD seien „bedrückend“ und ein Ausdruck großer Unzufriedenheit. „Vor allem aber weisen sie auf die immense Gefahr hin, die für das Land droht“, so Banaszak. Für seine Partei ist in Sachsen-Anhalt Suse Sziborra-Seidlitz die Spitzenkandidatin.
„Wir werden alles daransetzen, dass rechte Politik keine Wirkung hat“, betonte Linken-Politikerin Eva von Angern. Auch ihre Partei zeigte sich zufrieden mit den jüngsten Umfragewerten.
Unzufriedenheit mit Landesregierung wächst
Laut Infratest dimap ist die Unzufriedenheit mit der Landesregierung aus CDU, SPD und FDP weiter gewachsen. Nur noch 29 Prozent der Befragten sind mit der Regierungsarbeit sehr zufrieden oder zufrieden. Parlamentarische Mehrheiten könnte die CDU nur gemeinsam mit SPD und Linken oder der AfD organisieren. Die Landes-CDU hat allerdings bekräftigt, weder mit der Linken noch der AfD zusammenarbeiten zu wollen. Potenzielle CDU-Bündnisse mit der Linken oder der AfD stoßen in Sachsen-Anhalt auch in der Bevölkerung mehrheitlich auf Skepsis.
Bei der Frage, welche Partei die nächste Landesregierung anführen sollte, liegen AfD und CDU nahezu gleichauf: 44 Prozent sehen die AfD vorn, 43 Prozent die CDU. CDU-Spitzenkandidat Schulze kann zwar seine Bekanntheit steigern, doch nur 29 Prozent sind mit ihm zufrieden. Mit AfD-Herausforderer Ulrich Siegmund sind 35 Prozent zufrieden.
AfD auch bei Parteienkompetenz weit vorn
Deutlich vorn liegt die AfD auch bei der Frage nach der Parteikompetenz. 36 Prozent der Befragten trauen der AfD am ehesten zu, die wichtigsten Aufgaben in Sachsen-Anhalt zu lösen – fünf Prozentpunkte mehr als bei der vorherigen Umfrage. Die CDU folgt mit 16 Prozent, zwei Prozentpunkte weniger als zuvor.
In Sachsen-Anhalt wird am 6. September ein neuer Landtag gewählt. Wahlumfragen sind generell mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen die Gewichtung der erhobenen Daten. Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen für den Wahlausgang.



