Die AfD in Nordrhein-Westfalen plant den Kauf einer eigenen Veranstaltungshalle. Der Landesvorsitzende Martin Vincentz und der Schatzmeister Christian Blex informierten die Mitglieder in einem Schreiben über eine konkrete Möglichkeit, eine Immobilie zu erwerben. Die Partei nannte jedoch nicht, um welches Objekt es sich handelt. Der Schritt ist eine Reaktion auf die zunehmenden Schwierigkeiten, geeignete Räumlichkeiten für Parteitage und andere Zusammenkünfte zu finden.
Kosten und Finanzierung
Die Halle soll drei Millionen Euro kosten. Eine Million Euro davon sollen über Spenden von Mitgliedern und Sympathisanten aufgebracht werden. Die restliche Summe werde durch Eigenkapital und ein Darlehen der Bundespartei finanziert, teilte ein Sprecher des NRW-Landesverbands der Deutschen Presse-Agentur mit. Die AfD betont, dass die Investition langfristig wirtschaftlich sinnvoll sei, da sie hohe Mietkosten vermeide und Planungssicherheit schaffe.
Schwierige Suche nach Veranstaltungsorten
Wie alle Parteien ist die AfD gesetzlich verpflichtet, regelmäßig Versammlungen abzuhalten – etwa für interne Wahlen oder die Aufstellung von Kandidatenlisten. Doch die Suche nach geeigneten Hallen gestaltet sich nach Angaben des Landesverbands zunehmend schwierig. Viele Betreiber lehnen eine Vermietung an die AfD ab, oft aus politischen Gründen oder aus Furcht vor Protesten. Zuletzt wich die Partei auf eine Halle in Marl im nördlichen Ruhrgebiet aus. Aus Parteikreisen hieß es, ein eigener Standort sei auf lange Sicht finanziell vorteilhafter und mache die Partei unabhängiger von Vermietern.
Hintergrund der Entscheidung
Der Kauf einer eigenen Immobilie ist für eine Partei in Deutschland ungewöhnlich, aber nicht ohne Beispiel. Die AfD argumentiert, dass sie durch die zunehmende Verweigerung von Vermietern in ihrer demokratischen Betätigung eingeschränkt werde. Der Landesverband NRW hofft, mit dem Kauf nicht nur Kosten zu sparen, sondern auch die Organisation von Veranstaltungen zu vereinfachen. Die Entscheidung über den Kauf soll zeitnah fallen, sobald die Finanzierung gesichert ist. Der dpa-Bericht vom 27. Juli 2026 zeigt, dass die Partei auf diesem Weg eine langfristige Lösung für ihr Raumproblem anstrebt.



