Die Enttäuschung über das erneute frühe WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft sitzt tief. Durch die Misserfolge der vergangenen Jahre hat auch das Ansehen des deutschen Fußballs international gelitten. In einem Gastbeitrag fordern Ralf Erbel und Sebastian Sons, dass Deutschland Fußball als strategische Chance nutzen sollte – insbesondere in Afrika.
Warum eine Fußballstrategie für Afrika notwendig ist
Die Autoren argumentieren, dass es nicht bei der Talentsuche in Afrika bleiben darf. Über die Förderung des populären Ballsports könne nachhaltige Entwicklung erreicht werden und Einfluss genommen werden. „Deutschland sollte eine umfassende Fußballstrategie für Afrika entwickeln, die über die reine Talentsuche hinausgeht“, schreiben Erbel und Sons.
Nachhaltige Entwicklung durch Fußball
Fußball biete eine einzigartige Plattform, um soziale und wirtschaftliche Projekte in Afrika zu fördern. Durch den Aufbau von Fußballakademien und die Ausbildung von Trainern könne nicht nur der Sport gestärkt werden, sondern auch Bildung, Gesundheit und Integration vorangetrieben werden. Die Autoren verweisen auf erfolgreiche Beispiele aus anderen Ländern, die bereits strategische Partnerschaften mit afrikanischen Nationen eingegangen sind.
Einflussnahme und internationale Zusammenarbeit
Neben der Entwicklungszusammenarbeit biete eine Fußballstrategie auch die Möglichkeit, den deutschen Einfluss auf dem afrikanischen Kontinent zu stärken. „Fußball ist ein mächtiges Instrument der Soft Power“, betonen die Autoren. Deutschland könne durch gezielte Kooperationen mit afrikanischen Fußballverbänden und Vereinen langfristige Beziehungen aufbauen und wirtschaftliche sowie politische Interessen verfolgen.
Fazit: Handlungsbedarf für die deutsche Politik
Die Autoren appellieren an die deutsche Politik, eine solche Strategie zu entwickeln und mit ausreichend Mitteln auszustatten. „Es geht nicht nur um Fußball, sondern um die Chance, nachhaltige Entwicklung zu fördern und Deutschlands Rolle in Afrika zu stärken“, so Erbel und Sons. Der Gastbeitrag erscheint im Tagesspiegel und fordert ein Umdenken in der deutschen Außen- und Entwicklungspolitik.



