Ein Frachtschiff hat im Roten Meer vor der jemenitischen Küste einen bewaffneten Angriff gemeldet. Das Schiff setzte eine Notmeldung ab, teilte die britische Behörde für Sicherheit der Handelsschifffahrt UKMTO am heutigen Samstag mit. Der Vorfall ereignete sich in der Nähe der Hafenstadt Hudaida im Jemen. „Bewaffnete Angreifer“ hätten das Schiff attackiert, hieß es. Details über mögliche Opfer oder Schäden gab es zunächst nicht. Auch bekannte sich zunächst niemand zu dem Angriff.
Huthi-Miliz kontrolliert Norden und Westen Jemens
Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz kontrolliert den Norden und Westen des verarmten Landes, darunter die Hauptstadt Sanaa und die wichtige Hafenstadt Hudaida am Roten Meer. Die Miliz hatte im Zuge des Iran-Kriegs Israel angegriffen und auch eine „Blockade“ der Seewege für Israel im Roten Meer verkündet. Seit 2023 hatte die Miliz Dutzende Schiffe mit angeblichem Bezug zu Israel in der Region angegriffen und teils versenkt oder stark beschädigt. Die Miliz ist neben der Hisbollah im Libanon der wichtigste nichtstaatliche Verbündete Teherans.
LNG-Anteil an Gasimporten trotz Iran-Konflikts gestiegen
Trotz des Iran-Kriegs ist der Anteil des über die deutschen LNG-Terminals eingeführten Erdgases am Gesamtimport weiter gestiegen. Nach Zahlen der Bundesnetzagentur (BNetzA) kamen im ersten Halbjahr rund 12 Prozent über die Terminals an Nord- und Ostsee. 2025 lag der Anteil früheren Angaben zufolge bei rund 10 und 2024 bei 8 Prozent. Insgesamt wurden laut BNetzA rund 551 Terawattstunden (TWh) Gas importiert. Als verflüssigtes Erdgas (LNG) per Schiff kamen demnach rund 67 Terawattstunden an. Im ersten Halbjahr 2025 waren es laut früheren BNetzA-Angaben rund 39 Terawattstunden (von rund 491 TWh Gesamtimporten).
Der Iran-Konflikt hatte die LNG-Produktion in Katar und den Handelsweg durch die Straße von Hormus stark gedrosselt. Durch die Meerenge werden normalerweise 20 Prozent des weltweiten Flüssigerdgases transportiert. Die BNetzA erklärte jedoch: „Gas vom Persischen Golf spielt für die deutsche Versorgung keine wesentliche Rolle, da Deutschland seine LNG-Lieferungen aktuell aus den USA bezieht.“ Trotz der Ausfälle der insbesondere katarischen LNG-Mengen habe zudem die weltweite LNG-Verflüssigungsmenge im Mai 2026 bereits wieder das Vorjahresniveau erreicht beziehungsweise sogar leicht übertroffen.
Ganz ohne Folgen bleibt der Konflikt für die hiesigen Terminals aber dennoch nicht. „Seit der Beeinträchtigung der Schifffahrt im Zusammenhang mit dem Konflikt im Nahen Osten gab es im internationalen LNG-Handel tiefgreifende Veränderungen“, sagte etwa ein Sprecher der Deutschen Regas, die das Rügener LNG-Terminal in Mukran betreibt. „Internationale Gashändler haben für Europa vorgesehene Lieferungen nach Asien umgeleitet.“ Davon sei auch das eigene Terminal betroffen gewesen.
Totengebet für Chamenei in Teheran abgehalten
Im Iran hat ein hochrangiger Geistlicher das Totengebet für den im Krieg getöteten obersten Führer Ali Chamenei geleitet. Am zweiten Tag der öffentlichen Trauerfeiern trat der 97-jährige Großajatollah Dschafar Sobhani dabei als Vorbeter auf, wie auf Aufnahmen des Staatsfernsehens zu sehen ist. Chamenei war am 28. Februar durch einen israelischen Luftangriff auf seinen Amtssitz in Irans Hauptstadt getötet worden. Anschließend führten die USA und Israel mehr als fünf Wochen Krieg gegen den Iran, bis sich Vertreter aus Washington und Teheran Anfang April auf eine Waffenruhe einigten.
Sein Leichnam bleibt noch bis Montag in Teheran. Danach sind Zeremonien in der Pilgerstadt Ghom und dem Nachbarland Irak geplant, ehe Chamenei am Donnerstag in seiner Heimatstadt Maschhad beigesetzt werden soll. Unterdessen wurde im Iran darüber spekuliert, ob Chameneis Sohn und Nachfolger Modschtaba bei den Trauerzeremonien erstmals nach seiner Ernennung öffentlich auftritt. Iranischen Medien zufolge ist nicht vorgesehen, dass der 56-Jährige ein Gebet leitet. In Ghom soll der einflussreiche Ajatollah Makarem Schirasi (99) das Gebet leiten, in Maschhad Nuri Hamedani (101).
Iran besteht auf Kontrolle der Straße von Hormus
Der Iran hat erneut seine Kontrolle über die Straße von Hormus betont. Die Meerenge ist eine der wichtigsten Wasserstraßen für den globalen Öl- und Gastransport. Angesichts der Spannungen mit den USA und Israel bekräftigte Teheran, dass es die Durchfahrt durch die Straße von Hormus kontrollieren werde. Dies könnte weitreichende Auswirkungen auf die Energieversorgung haben, da normalerweise 20 Prozent des weltweiten Flüssigerdgases durch diese Meerenge transportiert werden.



