AfD-Delegation reist nach Sankt Petersburg: Treffen mit Gazprom-Chef
AfD-Delegation trifft Gazprom-Chef in Sankt Petersburg

Eine Delegation der AfD ist nach Sankt Petersburg gereist, um sich mit dem Chef des russischen Energiekonzerns Gazprom, Alexej Miller, zu treffen. Miller gilt als enger Vertrauter von Präsident Wladimir Putin. Die Reise findet zu einem Zeitpunkt statt, an dem die Europäische Union geschlossen hinter einer Politik der Isolation Russlands steht. Die rechtsextreme Partei sorgt mit diesem Schritt für heftige Diskussionen.

Hintergründe der Reise

Die AfD-Delegation wird von dem außenpolitischen Sprecher der Bundestagsfraktion, Markus Frohnmaier, angeführt. Das Treffen mit Miller fand in Sankt Petersburg statt, wie Fotos zeigen, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen. Die Partei verspricht sich von dem Besuch eine Stärkung der deutsch-russischen Beziehungen. Kritiker werfen der AfD hingegen vor, sich für die Interessen des Kremls instrumentalisieren zu lassen.

Ziele der AfD

Die AfD verfolgt mit ihrer Russland-Politik mehrere Ziele. Zum einen will sie sich als Alternative zur etablierten Außenpolitik positionieren, die auf Sanktionen und Isolation setzt. Zum anderen erhofft sie sich wirtschaftliche Vorteile für deutsche Unternehmen, insbesondere im Energiebereich. Die Partei betont, dass Dialog und Zusammenarbeit mit Russland im deutschen Interesse seien.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Kritik und Reaktionen

Die Reise stößt auf breite Ablehnung. Politiker aller anderen im Bundestag vertretenen Parteien verurteilen den Schritt. Sie werfen der AfD vor, die gemeinsame Linie der EU zu untergraben und sich als nützliche Idioten des Kremls zu betätigen. Auch in den Medien wird die Reise scharf kritisiert. Der SPD-Außenpolitiker Nils Schmid sagte: „Die AfD schadet dem Ansehen Deutschlands in der Welt.“

Die Rolle von Gazprom

Gazprom ist der größte russische Energiekonzern und spielt eine zentrale Rolle in den Wirtschaftsbeziehungen zwischen Russland und Europa. Das Unternehmen ist maßgeblich an der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 beteiligt, die in Deutschland umstritten ist. Der Konzernchef Alexej Miller gilt als einer der einflussreichsten Manager Russlands und steht Putin nahe.

Strategie des Kremls

Beobachter sehen in der AfD-Reise einen Versuch des Kremls, Einfluss auf die deutsche Politik zu nehmen. Indem er sich mit Vertretern einer rechtsextremen Partei trifft, die in Umfragen auf etwa 20 Prozent kommt, signalisiert Putin, dass er auf eine Stärkung dieser Kräfte hofft. Ziel sei es, die EU zu spalten und die Sanktionen gegen Russland zu lockern.

Auswirkungen auf die deutsche Politik

Die Reise der AfD könnte die innenpolitische Debatte über den Umgang mit Russland weiter anheizen. Die Bundesregierung steht unter Druck, ihre Position zu erklären. Bislang hält sie an den EU-Sanktionen fest, betont aber gleichzeitig die Notwendigkeit von Dialog. Die AfD versucht, diese Haltung als zu konfrontativ darzustellen.

Reaktionen aus der EU

In Brüssel wird die Reise mit Sorge beobachtet. Ein Sprecher der EU-Kommission sagte, man habe keine direkten Kontakte zur AfD, verfolge aber die Entwicklungen. Die EU setzt weiterhin auf eine einheitliche Linie gegenüber Russland. Die AfD-Reise könnte jedoch dazu führen, dass andere rechtspopulistische Parteien in Europa ähnliche Schritte unternehmen.

Fazit

Die AfD-Delegation in Sankt Petersburg ist ein Symbol für die tiefe Spaltung in der deutschen Außenpolitik. Während die Mehrheit der Parteien auf Distanz zu Russland geht, sucht die AfD die Nähe. Ob ihr Kalkül aufgeht, wird sich erst in den kommenden Monaten zeigen. Klar ist: Der Kreml hat ein Interesse daran, solche Kontakte zu pflegen.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration