Die USA haben derzeit praktisch die Lufthoheit über dem Iran, doch ein angeblich anstehender Waffendeal könnte dies grundlegend ändern. Laut übereinstimmenden Medienberichten, unter anderem der Nachrichtenagentur Reuters, plant China, dem Iran bis zu 400 schultergestützte Flugabwehrraketen zu liefern. Das Geschäft habe ein Volumen von 60 bis 70 Millionen Dollar und umfasse MANPADS-Systeme der Typen QW-12 und FN-16. Diese infrarotgelenkten Boden-Luft-Raketen sind für den Einsatz gegen Drohnen, Hubschrauber und tieffliegende Flugzeuge konzipiert.
Geheimer Lieferweg über Pakistan
Die Raketen sollen nicht direkt von China an den Iran geliefert werden, sondern über eine Firma mit Sitz in Hongkong. Der Transportweg führe vermutlich über Pakistan, ein Land, das traditionell enge Beziehungen zu beiden Staaten unterhält. Iranische Militärkreise hoffen, mit diesen Waffen die Schwächen ausgleichen zu können, die sich im bisherigen Krieg gegen die USA offenbart haben. Die iranische Luftabwehr wurde durch US-Angriffe weitgehend zerstört, sodass amerikanische Kampfpiloten kaum noch Beschuss fürchten müssen.
Peking dementiert die Vorwürfe
Die chinesische Regierung wies die Berichte umgehend zurück. Das Außenministerium in Peking bezeichnete die Darstellung als „vollständig unbegründet“ und betonte, China setze sich für Frieden und eine Deeskalation des Konflikts ein. „China ist ein verantwortungsbewusster Akteur in der internationalen Gemeinschaft und würde niemals einen solchen destabilisierenden Waffentransfer unterstützen“, hieß es in einer offiziellen Stellungnahme. Aus dem Iran gab es zunächst keine Reaktion auf die brisanten Enthüllungen.
Mögliche Auswirkungen auf das militärische Gleichgewicht
Sollte der Deal tatsächlich zustande kommen, könnte er das Kräfteverhältnis in der Region nachhaltig verschieben. Tragbare Flugabwehrsysteme wie die QW-12 und FN-16 lassen sich von kleinen Teams schnell verlegen und sind schwerer zu zerstören als stationäre Luftabwehrbatterien. Sie wären in der Lage, amerikanische Jets zumindest im Tiefflug wieder zu bedrohen und damit die derzeitige Lufthoheit der USA infrage zu stellen. US-Präsident Donald Trump (80) hatte erst in der Nacht zu Donnerstag neue Angriffe auf den Iran befohlen. Trump bezeichnete Chinas Staatschef Xi Jinping (73) zuvor mehrfach als „engen Freund“, doch diese Entwicklung könnte die Beziehung beider Männer empfindlich stören.
China als neuer Iran-Unterstützer?
Der mögliche Raketenkauf ist Teil einer umfassenderen militärischen Kooperation. Iranische Stellen sollen demnach auch Interesse an chinesischen Anti-Schiffs-Marschflugkörpern angemeldet haben. Sollte China tatsächlich als Waffenlieferant für den Iran einspringen, wäre es nach Russland die zweite Großmacht, die das Mullah-Regime militärisch unterstützt. Diese Entwicklung alarmiert westliche Sicherheitsexperten, da sie den Konflikt weiter eskalieren lassen könnte. Parallel dazu weitet sich der Krieg aus: Zuletzt gab es eine mutmaßliche Drohnenattacke auf einen Flüssiggas-Frachter vor der Küste Ägyptens. Der Konflikt droht Trump zunehmend zu entgleiten, und seine Freundschaft mit Xi könnte rasch auf eine harte Probe gestellt werden.



