Angriff auf Oma gegen Rechts in Pankow: Empörung und Resolution
Angriff auf Oma gegen Rechts: Empörung in Pankow

Resolution mehrerer Parteien: AfD-Veranstaltung in Pankow – Empörung über Angriff auf Oma gegen Rechts

Berlin. Maja Wiens soll bei einem Protest gegen eine AfD-Veranstaltung in Blankenburg attackiert worden sein. Die 74-Jährige ist palliative Chemopatientin. Von Alexander Rothe, Reporter

12.06.2026, 10:43 Uhr

Es war ein üblicher Protesttag in Blankenburg, wie Maja Wiens berichtet. Seit 2018 engagiert sich die 74-Jährige bei Omas gegen Rechts, immer wieder auch vor dem „Braunen Haus“, wie die Demonstrierenden das AfD-Parteibüro in Pankow nennen. Am 2. Juni richtete sich der Protest gegen einen Bürgerdialog der AfD mit den beiden Bundestagsabgeordneten Ronald Gläser und Gottfried Curio. „Dieses Mal stand das Polizeiauto aber bei der AfD“, sagt Wiens. In der Regel stünden die Einsatzkräfte in der Nähe der Kundgebung.

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Oma gegen rechts befindet sich in palliativer Behandlung

Die Gruppe der Oma gegen Rechts bestand laut Wiens aus etwa 13 Personen. „Ein aufgeregter Mann, der zur AfD-Veranstaltung wollte, lief plötzlich durch unsere Kundgebung durch“, erinnert sich Wiens. „Das ist nicht üblich. Normalerweise gehen sie außenrum.“ Der Mann habe sie und die anderen als Faschisten bezeichnet. Wiens habe sich mit ihrem Regenschirm vor einen der vorderen Teilnehmenden gestellt – das mache sie oft, um die Demonstrierenden vor Bildaufnahmen der Gegenseite zu schützen. Dann habe der Mann unvermittelt zugeschlagen und den Schirm mit der Faust getroffen, sodass die Streben in Mitleidenschaft gezogen wurden. „Der ist anderthalb Köpfe größer als ich“, erklärt Wiens entrüstet. „An jedem anderen Tag wäre ich umgefallen“, sagt die Rentnerin. „An diesem Tag ging es mir aber gesundheitlich sehr gut.“ Wiens unterzieht sich derzeit einer palliativen Chemotherapie. „Manchmal kann ich drei Tage nach der Therapie gar nichts machen.“ Sie berichtet, dass der Mann schließlich mit Schulterklopfen von anderen AfD-Sympathisanten oder -Mitgliedern empfangen wurde.

Die Polizei bestätigt, dass ein Veranstaltungsteilnehmer bei der Kundgebung durch die Gegenversammlung ging und es dabei zu einer verbalen Auseinandersetzung kam. Die Einsatzkräfte seien unverzüglich eingeschritten, um die Lage zu beruhigen. Es wurden Strafanzeigen wegen des Verdachts der Sachbeschädigung, Beleidigung und der versuchten Körperverletzung gestellt.

Wie die AfD auf den Vorfall reagiert

Der Vorfall, über den zuerst die „taz“ berichtete, sorgt im Bezirk für Empörung. In einer gemeinsamen Resolution haben Pankower Linke, SPD und Grüne den Vorfall „auf das Schärfste verurteilt“. „Rechtsextreme Einschüchterungen, Bedrohungen und Angriffe gegen Menschen, die sich antifaschistisch engagieren, haben in den vergangenen Jahren zugenommen“, erklären die Linke-Vorsitzenden Maria Bigos und Maximilian Schirmer. „Diese Entwicklung gefährdet demokratische Teilhabe und das friedliche Zusammenleben im Bezirk.“ Besonders erschütternd sei, dass sich Wiens in palliativer Behandlung befinde. „Dieser Angriff hätte schwerste Folgen haben können“, ergänzen die Grünen-Fraktionsvorsitzenden Almuth Tharan und Paul Schlüter. „Der brutale Angriff auf eine friedliche Gegendemonstrantin ist nicht nur ein Angriff auf eine einzelne engagierte Person. Es ist ein Angriff auf all jene, die sich für Demokratie, Vielfalt und ein solidarisches Miteinander im Bezirk einsetzen“, sagt Marc Lenkeit, Vorsitzender der SPD-Fraktion.

Und was sagt die AfD? Ronald Gläser, auch Sprecher des Berliner Landesverbands, erklärt, er verurteile, was dem Mann vorgeworfen werde. „Ich würde aber gerne Beweise sehen.“ Fotos oder Videos von dem Vorfall gebe es nicht. Der mutmaßliche Täter sei nicht bekannt. Daher wisse er nicht, ob der Mann AfD-Mitglied sei.

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