Die iranischen Revolutionsgarden haben sich zu Angriffen auf US-Militärbasen in Jordanien und Katar bekannt. In einer Mitteilung auf Telegram erklärten die Luftstreitkräfte, sie hätten in einer ersten Phase "wichtige militärische Infrastruktur und Anlagen" auf dem Luftwaffenstützpunkt Prince Hassan Air Base in Jordanien angegriffen. Dabei sei ein Kommando- und Kontrollzentrum sowie Hangars für MQ-9-Drohnen mit mehreren ballistischen Raketen zerstört worden.
Jordaniens Militär meldet geringe Schäden
Jordaniens Nachrichtenagentur Petra berichtete unter Berufung auf Militärkreise, dass drei iranische Raketen im Land eingeschlagen seien. Es habe keine Verletzten gegeben, die Schäden seien gering. Ein Ingenieurskorps sei im Einsatz, um die Trümmer zu beseitigen.
Zudem haben die Revolutionsgarden nach eigenen Angaben den strategischen US-Luftwaffenstützpunkt Al Udeid in Katar mit ballistischen Raketen angegriffen. Dabei seien das Wartungszentrum für Kampfjets sowie die Kommandozentrale zerstört worden. Die Angaben zu beiden Angriffen ließen sich bislang nicht unabhängig prüfen.
Iran wirft USA Vertragsbruch vor
Als Grund für die Vergeltungsschläge nannten die Revolutionsgarden angebliche Versuche der USA, dem Oman "seinen Willen aufzuzwingen". Die USA hätten mehrere Schiffe zur "illegalen Durchfahrt durch die südliche Straße von Hormus" angestiftet, was durch die iranische Marine verhindert worden sei. Zudem hätten die USA Ziele entlang der Südküste des Iran angegriffen. Die "fortgesetzte Aggression" werde zu "noch schärferen Reaktionen" führen, hieß es weiter.
Der Iran hat den USA nach der bereits dritten Angriffswelle diese Woche Vertragsbruch vorgeworfen. "Die Zeit der einseitigen Abmachungen ist VORBEI. Wir haben es euch gesagt: Haltet euer Wort oder zahlt den Preis", schrieb der iranische Parlamentspräsident und Verhandlungsführer Mohammed Bagher Ghalibaf auf X.
Militärsprecher bekräftigt Vorwürfe
Auch Irans Militär warf US-Präsident Donald Trump vor, Zusagen nicht einzuhalten. "Die Amerikaner versuchen, südlich der Straße von Hormus eine regelwidrige Route durchzusetzen, die der mit der Islamischen Republik Iran unterzeichneten Vereinbarung widerspricht", sagte Militärsprecher Amir Akraminia laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim. Gemäß dem Rahmenabkommen liege die Verantwortung beim Iran. Teheran bemühe sich gemeinsam mit dem Oman, "eine gemeinsame Verständigung und gemeinsame Regelungen in der Region durchzusetzen".
Vertreter aus Washington und Teheran hatten sich Mitte Juni auf ein Rahmenabkommen geeinigt, das den Weg für ein dauerhaftes Ende des Kriegs ebnen soll. Darin war vereinbart worden, innerhalb von 60 Tagen einen endgültigen Deal auszuhandeln. Es beinhaltet auch die Forderung nach einer Öffnung der für den Handel wichtigen Straße von Hormus.
Spannungen in der Region nehmen zu
Allgemein haben die Spannungen in der Region angesichts der gegenseitigen Angriffe wieder zugenommen. In mehreren mit den USA verbündeten Golfstaaten herrschte in den frühen Morgenstunden Luftalarm. In Bahrain ertönten Warnsirenen. Das Innenministerium von Katar teilte bei X mit, die Sicherheitslage sei ernst.



