Bulgarien lehnt Koalition der Willigen für Ukraine ab
Bulgarien lehnt Koalition der Willigen für Ukraine ab

Bulgarien verweigert Teilnahme an Ukraine-Unterstützungskoalition

Der EU- und Nato-Mitgliedstaat Bulgarien hat eine Teilnahme an der sogenannten „Koalition der Willigen“ zur Unterstützung der Ukraine abgelehnt. Ministerpräsident Rumen Radew erklärte am Dienstag in Paris laut einem Bericht des Bulgarischen Nationalen Fernsehens BNT: „Der Platz von Bulgarien ist nicht dort.“ Bulgarien nehme nicht an einer Koalition teil, die auf eine Fortsetzung der finanziellen und militärischen Hilfe für die Ukraine bestehe, so Radew weiter. Er habe eine Einladung von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron zur Beteiligung erhalten, halte sich aber in Paris anlässlich des französischen Nationalfeiertags auf.

Radew setzt auf Diplomatie statt Militärhilfe

Der frühere Kampfjetpilot und Chef der bulgarischen Luftstreitkräfte betonte: „Die Lösung dieses Konflikts ist nicht in seiner Verlängerung mit militärischen Mitteln, sondern in einer starken diplomatischen Mission, die der Eskalation ein Ende setzt.“ Radew, der seit Mai 2026 Regierungschef ist, hatte sich bereits als Staatspräsident für eine diplomatische Lösung des Ukrainekriegs eingesetzt. Russland begann seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine im Februar 2022.

Deutschland beteiligt sich nicht an ersten Manövern

Indes wird Deutschland sich nach Angaben aus Regierungskreisen nicht an den ersten Militärmanövern der Koalition der Willigen in Polen beteiligen. Es handele sich um eine „Stabsrahmenübung im kleinen Umfang“, die ohne deutsche Beteiligung stattfinde, hieß es in Berlin. Die Koalition von rund 35 Ukraineverbündeten hatte sich am Montag bei einem Treffen in Paris auf die ersten Übungen der multinationalen Ukrainetruppe verständigt. Diese wird zur Unterstützung der Ukraine im Fall eines Waffenstillstands mit Russland aufgebaut.

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Polen, Frankreich und Großbritannien als Teilnehmer

Die ersten Manöver sollen in Polen stattfinden, einem der Nachbarländer der Ukraine. Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk sagte der Nachrichtenagentur PAP zufolge: „Damit wolle sich die Koalition auf konkrete Sicherheitsgarantien für die Ukraine, aber auch für die Region vorbereiten.“ Als weitere Teilnehmerstaaten nannte er Frankreich und Großbritannien. Bei Stabsrahmenübungen geht es vor allem darum, dass Führungsstäbe Entscheidungswege oder Truppenverlegungen trainieren – meist ohne dass sie militärisches Gerät oder Soldaten im Gelände bewegen.

Noch keine Entscheidung über deutschen Beitrag

Die Bildung der multinationalen Truppe unter europäischer Führung zur Absicherung eines möglichen Waffenstillstands war im Dezember auf einem Ukrainegipfel in Berlin beschlossen worden. Der französische Präsident Emmanuel Macron hatte am Montag davon gesprochen, dass die Truppe bereits einsatzfähig sei. Bundeskanzler Friedrich Merz sprach lediglich davon, dass die Koalition der Willigen bereit sei, bei den Sicherheitsgarantien für die Ukraine nach einem Waffenstillstand eine „wichtige Rolle“ zu spielen, in enger Zusammenarbeit mit den USA. „Über Art und Umfang des deutschen Beitrags wird die Bundesregierung und der Deutsche Bundestag ebenfalls entscheiden“, betonte der Kanzler. Merz hatte den deutschen Beitrag für eine multinationale Truppe schon im Dezember nach dem Ukrainegipfel in Berlin offengelassen.

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