China bestätigt Festnahme eines US-Bürgers
Die chinesische Regierung hat offiziell bestätigt, dass ein US-amerikanischer Staatsbürger festgenommen wurde. Wie Außenamtssprecher Lin Jian in Peking mitteilte, haben die zuständigen Behörden gegen den Mann wegen des Verdachts auf Spionage und Gefährdung der nationalen Sicherheit „strafrechtliche Zwangsmaßnahmen“ ergriffen. Das US-Konsulat in Guangzhou sei über den Fall informiert worden.
Zuvor hatte die New York Times über die Festnahme berichtet. Demnach wurde der US-Bürger vergangene Woche in Kunming, der Hauptstadt der südwestchinesischen Provinz Yunnan, festgenommen. Yunnan grenzt an Myanmar. Der Zugriff erfolgte nur wenige Wochen nach dem Chinabesuch von US-Präsident Donald Trump im Mai 2026.
Hintergrund der Festnahme
Im Vorfeld von Trumps Besuch hatten Aktivisten gefordert, dass der Präsident die Fälle inhaftierter US-Bürger in der Volksrepublik ansprechen solle. Vor zwei Jahren hatte der China-Ausschuss im US-Kongress unter Berufung auf die US-Menschenrechtsorganisation Dui Hua von rund 200 US-Bürgern berichtet, die sich in China in Haft befinden. Dui Hua setzt sich für die Rechte von Gefangenen in China ein.
Ein prominenter Fall ist der der US-Bürgerin Dawn Michelle Hunt. Sie sitzt laut Dui Hua seit 2014 wegen ihrer Verwicklung in einen Drogenschmuggel im Gefängnis. Ihre Familie gibt an, sie sei unwissentlich in die Straftat hineingeraten. Mehr als zehn Jahre wegen eines ähnlichen Falls saß zudem der US-Amerikaner Nelson Wells Jr. ab.
Reaktionen und Ausblick
Die Festnahme des US-Bürgers könnte die Beziehungen zwischen den USA und China weiter belasten. Beobachter erwarten, dass Washington eine Aufklärung des Falls fordert. Die chinesische Seite betont hingegen, dass die Maßnahmen im Einklang mit den Gesetzen des Landes stünden. Weitere Details zu den Vorwürfen gegen den Festgenommenen wurden zunächst nicht bekannt.



