Die europäische Luftfahrtbehörde EASA hat eine dringende Sicherheitswarnung für den Luftraum über mehreren Golfstaaten herausgegeben. Aufgrund der erneuten Eskalation des Konflikts zwischen den USA und dem Iran sollen Fluggesellschaften die Lufträume von Bahrain, Kuwait, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie Teile des Golfs von Oman vorerst meiden. Die Empfehlung gilt für alle Flughöhen und richtet sich an europäische Airlines sowie internationale Gesellschaften mit EASA-Genehmigung, die Flüge von, nach oder innerhalb der EU durchführen.
Hintergrund der Warnung: Iranische Drohnen und Raketen
Die neue Sicherheitswarnung (Conflict Zone Information Bulletin CZIB-2026-07) wurde am 14. Juli 2026 veröffentlicht und gilt zunächst bis zum 29. Juli 2026. Die EASA begründet den Schritt mit schweren Zwischenfällen trotz eines zuvor vereinbarten Waffenstillstands zwischen den USA und dem Iran. Nach Einschätzung der Behörde besteht die Gefahr, dass die betroffenen Staaten direkt Ziel von iranischen Raketen- oder Drohnenangriffen werden könnten. Hintergrund sind unter anderem große US-Militärstützpunkte in mehreren Golfstaaten.
Zusätzlich warnt die EASA vor einem weiteren Risiko: Wegen der erhöhten Alarmbereitschaft von Luftverteidigungssystemen könnte es zu Fehlidentifizierungen ziviler Flugzeuge kommen. Auch herabfallende Trümmerteile nach möglichen Abschüssen von Raketen oder Drohnen stellten eine Gefahr für den zivilen Luftverkehr dar.
Bereits bestehende Warnungen für Iran, Irak und Libanon
Parallel zu der neuen Golf-Warnung bleiben die bereits veröffentlichten EASA-Warnungen für den Luftraum von Iran, Irak und Libanon in Kraft. Diese wurden erst vergangene Woche bis Ende August verlängert. Die Kombination der Warnungen schränkt den Luftraum über einer der wichtigsten internationalen Luftverkehrsdrehkreuze der Region erheblich ein.
Auswirkungen auf Fluggesellschaften und Passagiere
Die neue Golf-Warnung verschärft die Lage für zahlreiche internationale Fluggesellschaften. Viele wichtige Langstreckenverbindungen zwischen Europa, Asien und Australien führen normalerweise durch die betroffenen Regionen. Viele Passagiere steigen auf ihrem Weg nach Asien in Dubai, Abu Dhabi oder Katar um. Umleitungen könnten zu längeren Flugzeiten und höheren Betriebskosten für die Airlines führen. Bleibt der Luftraum länger gesperrt, könnten steigende Ticketpreise die Folge sein.
Die EASA empfiehlt den Airlines, alternative Routen zu planen und die Entwicklung der Sicherheitslage genau zu beobachten. Die Warnung gilt vorerst bis zum 29. Juli 2026, eine Verlängerung ist jedoch nicht ausgeschlossen.



