US-Präsident Donald Trump hält große Stücke auf seinen türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdoğan. Deshalb ruhen auf Erdoğan als Gastgeber des Nato-Gipfels in Ankara die Hoffnungen, dass das Treffen harmonisch verläuft. Doch die Ausgangslage ist schwierig: In den vergangenen Jahren wurde die Türkei von Kritikern in Nato-Ländern oft als Last, Problem oder sogar Erpresser bezeichnet.
Erdoğans Rolle als Vermittler
Der Nato-Gipfel in Ankara ist ein entscheidender Test für Erdoğans diplomatisches Geschick. Er muss zwischen den oft gegensätzlichen Positionen der Bündnispartner vermitteln, insbesondere zwischen den USA und europäischen Staaten. Trump hat mehrfach betont, dass er Erdoğan als starken Führer respektiert, was ihm in der Türkei politische Rückendeckung gibt.
Die Herausforderungen des Gipfels
Ein zentrales Thema ist die wachsende Spannung zwischen der Nato und Russland. Die Türkei hat sich durch den Kauf des russischen S-400-Raketensystems von anderen Bündnispartnern entfremdet. Zudem gibt es Streit über die Rolle der Kurden in Syrien und die türkische Militäroffensive in Nordsyrien. Erdoğan muss einen Ausgleich finden, der sowohl die Sicherheitsinteressen der Türkei als auch die der Nato wahrt.
Trumps Erwartungen an Erdoğan
Trump erwartet von Erdoğan, dass er die Nato-Gespräche in geordnete Bahnen lenkt. „Erdoğan ist ein Freund und ein starker Partner“, sagte Trump kürzlich. „Ich bin zuversichtlich, dass er den Gipfel erfolgreich führen wird.“ Allerdings stehen hinter den Kulissen schwierige Verhandlungen bevor, insbesondere zur Lastenteilung innerhalb der Nato und zu Verteidigungsausgaben.
Kritik aus Europa
Europäische Nato-Mitglieder sehen die Türkei zunehmend skeptisch. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bezeichnete die Nato kürzlich als „hirntot“ und kritisierte die mangelnde Koordination – auch mit der Türkei. Deutschland und andere Länder fordern von Ankara mehr Transparenz bei seinen militärischen Aktivitäten. Erdoğan steht unter Druck, diese Bedenken zu zerstreuen, ohne sein Gesicht zu verlieren.
Ausblick: Kann der Gipfel gelingen?
Der Erfolg des Gipfels hängt maßgeblich von Erdoğans Fähigkeit ab, Brücken zu bauen. Sollte er scheitern, droht eine weitere Vertiefung der Gräben innerhalb der Nato. Ein harmonisches Treffen würde dagegen die Position der Türkei im Bündnis stärken und Erdoğans Ansehen als Vermittler festigen. Die kommenden Tage werden zeigen, ob Erdoğan die hohen Erwartungen erfüllen kann.



