EU-Kommission bewertet neue US-Zölle positiv, deutsche Exporteure kritisieren
EU-Kommission bewertet neue US-Zölle positiv

Die EU-Kommission bewertet die neuen US-Zölle positiv. Ein Sprecher der Brüsseler Behörde teilte mit, die Europäische Union sehe keine Verschlechterung der Situation für Deutschland und andere Mitgliedsländer. Das Vorgehen der USA stehe im Einklang mit den vereinbarten Zollverpflichtungen. Konkret werde ein pauschaler Zollsatz von zehn Prozent für die EU festgelegt. Zudem würden Zollbefreiungen für Importe wie Kork und Diamanten wieder eingeführt, die zu den bereits bestehenden Befreiungen für Flugzeuge, Flugzeugteile, Generika und Wirkstoffe hinzukämen. Die Ankündigung liefere positive Impulse, um an weiteren Zollbefreiungen zu arbeiten.

Deutsche Exporteure kritisieren „Zolldschungel“

Die deutsche Wirtschaft reagiert mit Unverständnis auf die neuen US-Zölle. Dirk Jandura, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), sagte: „Der Kampf gegen Zwangsarbeit darf nicht als Vorwand dienen, um längst geplanten Protektionismus nachträglich zu rechtfertigen.“ Die EU habe ein umfassendes Verbot von Produkten aus Zwangsarbeit beschlossen und bereite dessen Umsetzung vor. Der BGA geht davon aus, dass ein neuer Zwangsarbeitszoll nicht zusätzlich auf die im Turnberry-Abkommen vereinbarte Zollobergrenze aufgeschlagen wird. Jandura forderte die US-Regierung auf, offenzulegen, wie die Instrumente miteinander verrechnet werden, und sicherzustellen, dass die Obergrenze nicht ausgehöhlt wird.

Britische Regierung erwartet keine negativen Folgen

Großbritannien erwartet keine negativen Folgen durch die neuen US-Zölle. Ein Regierungssprecher erklärte, die USA hätten die Schritte Großbritanniens im Bereich Zwangsarbeit anerkannt. „Es gibt keine negative Veränderung des Zollsatzes für britische Unternehmen“, sagte er. Das bestehende Abkommen mit den USA bleibe in Kraft, zudem gebe es nun keine Zölle mehr auf Whisky und Medizintechnik.

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EU-Kommission: USA sollen Handelsabkommen einhalten

Die EU-Kommission erwartet trotz neuer US-Zölle, dass sich die USA an das im vergangenen Jahr geschlossene Handelsabkommen halten. „Die EU hat ihren Teil der Abmachung bereits erfüllt“, sagte ein Sprecher. Man werde sich weiterhin mit der US-Regierung austauschen, um sicherzustellen, dass die USA ihre Verpflichtungen vollständig einhalten.

EU-Außenbeauftragte Kallas kritisiert US-Zölle

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas kritisierte die Begründung der USA für neue Zölle. Dies sei eine „negative Überraschung“, sagte Kallas am Rande eines Asean-Treffens in Manila. Die Vorwürfe, die EU gehe nicht ausreichend gegen Zwangsarbeit vor, seien unbegründet. „Das kann man für die Europäische Union nicht sagen“, erklärte Kallas. Ein Vergleich der Arbeitsgesetze zeige die Stärke der EU. „Wir haben bezahlten Urlaub, wir haben sehr gute Arbeitsbedingungen für unsere Arbeitnehmer, also ist das nicht wirklich begründet.“ Auf die Frage, ob die EU mit den neuen Zöllen gerechnet habe, antwortete Kallas: „Nein, das haben wir nicht erwartet.“

Kanada und Schweiz reagieren auf US-Zölle

Kanadas Premierminister Mark Carney erklärte, das Land sei bereit zu Gegenmaßnahmen, sollten die von US-Präsident Donald Trump angedrohten Zölle von 50 Prozent auf kanadische Waren in Kraft treten. „Wenn diese Zölle oder andere Maßnahmen in Kraft treten, gibt es eine ganze Reihe von Möglichkeiten, wie wir darauf reagieren können“, sagte Carney nach einem Treffen mit den Regierungschefs der Provinzen. Die Schweiz wies die US-Vorwürfe zu Zwangsarbeit zurück. Der Bundesrat wies die Anschuldigungen einer US-Untersuchung zurück. Die USA hielten mit den Zusatzzöllen eine gemeinsame Absichtserklärung vom 14. November 2025 ein.

Trump verhängt neue Zölle gegen 60 Länder

US-Präsident Donald Trump führte neue Zölle in Höhe von zehn bis 12,5 Prozent auf Importe aus 60 Ländern ein. Die Maßnahmen traten am Freitag um 0.01 Uhr Ortszeit in Kraft. Zur Begründung hieß es, die betroffenen Staaten, auf die 99 Prozent der US-Importe entfallen, hätten Verbote von Waren aus Zwangsarbeit nicht ausreichend durchgesetzt. Trump stützt sich dabei auf Paragraf 301 des Handelsgesetzes von 1974, das dem Präsidenten erlaubt, Zölle gegen Länder mit „ungerechtfertigten, unangemessenen oder diskriminierenden“ Handelspraktiken zu verhängen.

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Weitere Entwicklungen im Handelsstreit

Die US-Regierung kritisierte die EU-Milliardenstrafe gegen Google als Quelle für Handelsunsicherheit. Der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer sagte, die Maßnahmen schafften massive Unsicherheit für US-Exporte. Der Labor- und Pharmazulieferer Sartorius entschädigte Kunden für unrechtmäßig gezahlte US-Zölle, was das Umsatzwachstum im ersten Halbjahr dämpfte. Konzernchef Michael Grosse erklärte: „Mit Blick auf die US-Zollrückzahlungen, bei denen Zeitpunkt und Höhe lange ungewiss waren, ist es gut, nun mehr Klarheit zu haben.“