Fifa ändert Flaggen-Protokoll für Saudi-Arabien aus Respekt vor Glaubensbekenntnis
Fifa ändert Flaggen-Protokoll für Saudi-Arabien

Der Einmarsch der Mannschaften ins Stadion, das Versammeln der Spieler in der Mitte des Rasens rund um das blau-goldene WM-Banner, das Abspielen der Hymnen – all dies folgt bei den Titelkämpfen in den USA, Mexiko und Kanada einem strengen Protokoll. Vor dem Spiel zwischen Saudi-Arabien und Uruguay gab es jedoch eine bemerkenswerte Änderung: Die riesigen Flaggen beider Länder waren nicht wie üblich auf dem Rasen ausgelegt, sondern wurden von Volunteers hochgehalten.

Grund für die Änderung

Der Grund für diese Abweichung ist eine strenge saudi-arabische Vorschrift, die es untersagt, dass die Schahada – das islamische Glaubensbekenntnis, das auf der Nationalflagge abgebildet ist – den Boden berührt. Aus Respekt vor dieser religiösen Vorschrift entschied die Fifa, das Protokoll anzupassen.

Einheitliches Erscheinungsbild

Auch bei den kommenden WM-Spielen der Saudis wird die Flagge über den Boden gehalten – und die des Gegners ebenfalls, aus Gründen des einheitlichen Erscheinungsbildes. Saudi-Arabien hatte zum Auftakt in der Gruppe H einen Teilerfolg gefeiert, gegen die favorisierte Nationalmannschaft aus Uruguay ein 1:1 erreicht. Abdulelah Al-Amri (41.) hatte die Saudis in Führung gebracht und Hoffnungen auf einen zweiten Coup nach dem Sensations-Sieg bei der WM 2022 gegen den späteren Weltmeister Argentinien gemacht. Maxi Araujo (80. Minute) rettete mit seinem Ausgleichstreffer der nach dem Seitenwechsel drückend überlegenen La Celeste zumindest einen Punkt.

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Flaggen-Wirbel auch beim Spiel Neuseeland gegen Iran

Auch bei einem anderen Spiel des Tages gab es Flaggen-Wirbel: beim 2:2 zwischen Neuseeland und dem Iran. Vor und in dem riesigen Stadion in Inglewood wurden immer wieder Botschaften im Zusammenhang mit dem monatelangen Krieg der USA und Israels gegen den Iran kundgetan. Im Stadion versammelten sich Anhänger und Gegner des Kurses Teherans.

Alte und neue Flagge des Iran

Zu sehen waren sowohl die aktuelle iranische Fahne als auch die ältere aus der Zeit vor der Islamischen Revolution. Letztere wird als Symbol der Opposition angesehen, die in der südkalifornischen Diaspora viele Anhängerinnen und Anhänger hat. In der Arena hatte der Weltverband Fifa per Gerichtsbeschluss das Recht, die sogenannte „Löwe-und-Sonne“-Flagge einzukassieren – immer wieder waren Ordner bei entsprechenden Maßnahmen zu sehen.

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