Am Vorabend des Eröffnungsspiels der Fußball-Weltmeisterschaft in Mexiko ist es erneut zu schwerer Gewalt gekommen. Fünf Polizisten wurden am Mittwoch mexikanischer Zeit von Unbekannten getötet, wie örtliche Behörden mitteilten. Fünf weitere Beamte wurden bei dem Angriff verletzt. Der Vorfall ereignete sich im Bezirk Nahuatzen im westlichen Bundesstaat Michoacán, einer Hochburg des mächtigen Drogenkartells Jalisco Nueva Generación.
Angriff auf Polizeifahrzeug
Auf Bildern, die der Nachrichtenagentur AFP vorlagen, war das mit Einschusslöchern übersäte Fahrzeug der Beamten zu sehen. Der Anführer des Kartells, Nemesio Oseguera Cervantes, bekannt als „El Mencho“, war erst im Februar bei einem Einsatz des mexikanischen Militärs getötet worden. Das Drogenkartell hatte daraufhin mit einer Welle der Gewalt reagiert. Die Sicherheitsbehörden teilten mit, dass sie in einer groß angelegten Aktion nach den Tätern fahndeten.
Keine Gefahr für WM-Fans?
Die Hauptstadt des Bundesstaates Michoacán, Morelia, liegt jeweils etwa 300 Kilometer von den WM-Austragungsorten Mexiko-Stadt und Guadalajara entfernt. Die mexikanische Regierung betont, dass Fußballfans nicht gefährdet seien. Mexiko richtet die Weltmeisterschaft gemeinsam mit den USA und Kanada aus. Das erste Spiel wird am heutigen Donnerstag in Mexiko-Stadt angepfiffen. Insgesamt finden 13 WM-Spiele in Mexiko statt.
Lehrerproteste belasten Sicherheitslage
Über die Sicherheit in Mexiko wird derzeit viel diskutiert. In Mexiko-Stadt wurde bei Lehrerprotesten Sprengstoff sichergestellt, wie das Innenministerium mitteilte. Seit Tagen demonstrieren radikale Mitglieder der Lehrergewerkschaft CNTE für die Rücknahme einer umstrittenen Rentenreform. Sie blockieren Hauptstraßen in Mexiko-Stadt und haben im historischen Zentrum der Hauptstadt ein Zeltlager errichtet. Vor wenigen Tagen stürzten demonstrierende Lehrkräfte bereits drei riesige Statuen von Fußballspielern um. „Wenn es keine Lösung gibt, rollt der Ball nicht“, stand in roter Graffiti-Schrift auf einer der Statuen.
Polizei sichert Flughafen und Stadion
Angesichts möglicher Lehrerproteste am internationalen Flughafen von Mexiko-Stadt sind Hunderte Polizisten zur Sicherung des Terminals eingesetzt worden. Beamte mit Helmen, Schutzschilden und Schlagstöcken wurden am Mittwoch innerhalb und außerhalb des Flughafens stationiert, wie in Videos von örtlichen Medien zu sehen war. „Zutritt haben nur Passagiere mit Bordkarte sowie Begleitpersonen, sofern deren Anwesenheit unbedingt erforderlich ist“, teilte der Flughafen Benito Juárez auf der Plattform X mit. Reisenden wurde empfohlen, mit ausreichend Vorlaufzeit einzutreffen, da es in der Umgebung des Flughafens zu Demonstrationen kommen könne. Auch das Aztekenstadion ist weiträumig von der Polizei abgesperrt.



