Fußball-WM 2026: Die Weltmeisterschaft der Einreiseverbote
Fußball-WM 2026: WM der Einreiseverbote

Die Weltmeisterschaft der Einreiseverbote

Ein Kommentar von Dunja Ramadan, Kairo

Katar galt als Skandal-WM, bevor überhaupt ein Ball rollte. Es gäbe genügend Gründe, sich auch über das Fußballturnier 2026 in den USA zu empören. Doch hier scheinen viele eine andere Messlatte anzulegen.

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko wirft ihre Schatten voraus. Während die Vergabe an Katar 2022 weltweit für Empörung sorgte – wegen der hohen Zahl an Todesfällen unter Wanderarbeitern, der Menschenrechtslage und der Diskriminierung von LGBTQ+-Personen –, bleibt die Kritik an der WM in Nordamerika vergleichsweise leise. Dabei gibt es auch hier genug Anlass zur Skepsis.

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Besonders die US-amerikanische Einwanderungspolitik stellt eine Herausforderung dar. Spieler, Funktionäre und Fans aus Ländern, die unter den Einreiseverboten der Trump-Ära litten, könnten erneut mit Hürden konfrontiert werden. Der sogenannte „Muslim Ban“ ist zwar offiziell aufgehoben, doch die Visumspraxis bleibt restriktiv. Für viele Menschen aus afrikanischen und arabischen Ländern ist die Einreise in die USA alles andere als selbstverständlich.

Ein Beispiel ist der irakische Fußballspieler Hussein, der bei der Asienmeisterschaft 2023 einen würdigen Empfang erhielt – anders als es ihm in den USA widerfahren wäre. Die WM 2026 droht so zu einer „Weltmeisterschaft der Einreiseverbote“ zu werden, bei der nicht alle gleich willkommen sind.

Es ist Zeit, die Doppelmoral zu hinterfragen: Warum wird bei Katar mit zweierlei Maß gemessen? Warum empört man sich über Menschenrechtsverletzungen in Katar, aber ignoriert die Probleme in den USA? Eine Weltmeisterschaft sollte ein Fest der Völkerverständigung sein – nicht ein Ort, an dem politische Barrieren den Sport überschatten.

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