Senatssitz bleibt in der Familie: Darline Graham Nordone übernimmt
Nach dem überraschenden Tod des US-Senators Lindsey Graham am Samstagabend hat US-Präsident Donald Trump seinen Wunschkandidaten durchgesetzt: Grahams jüngere Schwester Darline Graham Nordone wird das Mandat des Verstorbenen bis Januar 2027 übernehmen. Der Gouverneur von South Carolina, Henry McMaster, gab am Montag bekannt, er habe Nordone um die Übernahme der Amtsgeschäfte gebeten. Trump hatte diese Lösung zuvor vorgeschlagen und als „fabelhafte Würdigung“ Grahams bezeichnet.
Keine politische Erfahrung – aber familiäre Bindung
Nordone sagte bei der Bekanntgabe: „Es ist ein großes Privileg, einen Teil der wichtigen Arbeit meines Bruders zu Ende führen zu dürfen. Lindsey war immer für mich da, und jetzt werde ich für ihn da sein.“ Die „Washington Post“ berichtete jedoch, dass Nordone keinerlei politische Vergangenheit vorweise und über ihre eigenen politischen Ansichten öffentlich kaum etwas bekannt sei. Ihre Ernennung erfolgt per Gesetz durch den Gouverneur, bis eine Sonderwahl die Nachfolge regelt.
Zeitplan für die Nachfolge
Die Amtszeit von Lindsey Graham endete regulär im Januar 2027. Bis dahin wird Nordone den Sitz innehaben. Über die Nachfolge für die kommenden sechs Jahre entscheiden die Wähler bei den Kongresswahlen Anfang November. Die Republikaner in South Carolina haben für den 11. August eine parteiinterne Vorwahl angesetzt, um ihren Kandidaten zu bestimmen.
Todesursache: Aortenriss
Lindsey Graham war am Samstagabend im Alter von 71 Jahren überraschend gestorben. Der Gerichtsmediziner stellte als Todesursache einen Riss in der Hauptschlagader (Aorta) infolge einer Herzerkrankung fest. Der Republikaner galt als außenpolitischer Hardliner, der den Kreml scharf für den Angriffskrieg gegen die Ukraine kritisierte und wiederholt zur Ermordung von Kremlchef Wladimir Putin aufgerufen hatte. Er besuchte die Ukraine mehrfach und sicherte ihr Unterstützung zu.
Internationale Reaktionen
Der Tod des Senators rief international Bestürzung hervor. Bundeskanzler Friedrich Merz, der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu und der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj würdigten die politischen Verdienste Grahams. Trump selbst nannte Graham einen „großartigen Patrioten“ und betonte die enge Verbindung zwischen beiden, die allerdings wechselhaft gewesen war – vom scharfen Kritiker zum loyalen Verbündeten.



