Hegseth weist Raketenmangel-Bericht scharf zurück
Hegseth bestreitet Raketenmangel im Iran-Krieg

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat einen Medienbericht entschieden zurückgewiesen, wonach das US-Militär im Iran-Krieg fast 80 Prozent seiner THAAD-Abwehrraketen verbraucht haben soll. Auf der Plattform X schrieb Hegseth zu einem CNN-Banner: „Dieses Banner ist NICHT WAHR, @CNN. Schämt euch.“ Der Minister, den die US-Regierung als „Kriegsminister“ bezeichnet, postete dazu ein Foto eines Fernsehbildschirms und sprach von Fake-News-Medien.

CNN-Bericht sorgt für Aufsehen

Der TV-Sender CNN hatte unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Quellen berichtet, dass US-Militärkommandeure vor „gefährlich niedrigen“ Munitionsbeständen des Pentagons warnen. Laut dem Bericht, der sich auf zwei mit dem jüngsten Bestandsbericht vertraute Quellen stützt, hat das US-Militär seit Kriegsbeginn fast vier Fünftel seines THAAD-Raketenbestands im Vergleich zum Vorkriegsbestand aufgebraucht. Zudem seien etwa die Hälfte der Patriot-Abfangraketen eingesetzt worden.

THAAD steht für Terminal High Altitude Area Defense – ein System zur Abwehr von Kurz- und Mittelstreckenraketen. Der Iran-Krieg kostet die USA nach Angaben von Experten Milliarden und verbraucht massenhaft Munition, was die strategischen Reserven zunehmend belastet.

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Denkfabrik liefert konkrete Zahlen

Die Denkfabrik Center For Strategic & International Studies (CSIS) in Washington schätzte Ende Juli, dass den USA noch bis zu knapp 830 Patriot-Abwehrraketen zur Verfügung stünden. Vor dem Krieg seien es schätzungsweise gut 2300 gewesen. Bei THAAD-Abwehrraketen ging die Denkfabrik von 452 vor dem Krieg aus; Ende Juli seien es geschätzt noch bis zu 278 Raketen gewesen – ein Rückgang von rund 38 Prozent.

Die Einschätzungen des CSIS untermauern die Sorge von Militärexperten, dass die USA ihre Raketenabwehrfähigkeiten bei einem länger andauernden Konflikt nicht aufrechterhalten können. Ein Insider aus dem Verteidigungsministerium sprach gegenüber CNN von einem „bedrohlichen Raketenmangel“ und warnte vor Engpässen bei künftigen Einsätzen.

Hegseth kontert mit scharfen Worten

Hegseth, der vom Fox-News-Moderator zum Verteidigungsminister aufgestiegen ist, reagierte ungewöhnlich scharf auf die Berichterstattung. Er nannte die Zahlen „schlichtweg falsch“ und warf den Medien vor, die Öffentlichkeit zu täuschen. In einem weiteren Post auf X schrieb er: „Unsere Streitkräfte sind gut ausgerüstet, und die Munitionsvorräte werden kontinuierlich aufgefüllt.“

Die US-Regierung betont, dass die Rüstungsproduktion hochgefahren werde, um die Bestände wieder aufzufüllen. Dennoch bleibt unklar, wie schnell die Industrie die benötigten Mengen liefern kann. Analysten verweisen auf lange Vorlaufzeiten bei der Herstellung moderner Abwehrsysteme.

Auswirkungen auf den Kriegsverlauf

Die Debatte über die Raketenbestände kommt zu einem kritischen Zeitpunkt: Der Iran-Krieg belastet nicht nur die US-Streitkräfte, sondern auch die Haushaltsplanung in Washington. Militärexperten warnen, dass ein Mangel an Abwehrraketen die Einsatzoptionen des Pentagons erheblich einschränken könnte.

Bislang hat das US-Militär im Iran-Krieg vor allem THAAD- und Patriot-Systeme zur Abwehr ballistischer Raketen eingesetzt. Die hohe Intensität der Gefechte hat laut CNN-Bericht zu einem „beispiellosen Verbrauch“ geführt. Die US-Regierung hat jedoch wiederholt betont, dass die Vorräte ausreichen, um die nationale Sicherheit zu gewährleisten.

Reaktionen aus Politik und Militär

Oppositionspolitiker im US-Kongress fordern eine transparente Aufklärung über den tatsächlichen Zustand der Munitionsbestände. Senator Jack Reed, ranghöchster Demokrat im Streitkräfteausschuss, erklärte: „Die Soldaten brauchen Klarheit, keine Propaganda.“ Hegseth wies solche Forderungen zurück und warf den Kritikern vor, die Truppe zu demoralisieren.

Unterdessen melden Rüstungskonzerne wie Lockheed Martin und Raytheon eine erhöhte Nachfrage. Die Produktionskapazitäten sollen „in den kommenden Monaten“ ausgeweitet werden, wie ein Unternehmenssprecher mitteilte. Ob dies reicht, um die Verluste zu kompensieren, bleibt abzuwarten.

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