Ein Hotel im bayerischen Lam in der Oberpfalz hat eine Buchungsanfrage aus Israel mit einer klar antisemitischen Begründung abgelehnt. Der Vorfall sorgte für Empörung und führte dazu, dass die Buchungsplattform das Hotel umgehend aus ihrem Angebot entfernte.
Antisemitische Antwort auf Buchungsanfrage
Die israelische Generalkonsulin für Süddeutschland, Talya Lador, machte den Fall auf der Plattform X öffentlich. Sie verurteilte das Verhalten des Hotels scharf. Das Hotel „Zum Hirschen“ hatte auf die englischsprachige Buchungsanfrage geantwortet: „Entschuldigung, in unserem Hotel sind keine Juden erlaubt.“ Diese Aussage sorgte international für Empörung.
Hotel entschuldigt sich und bietet kostenlosen Urlaub an
In einer späteren E-Mail an den Gast, die auch an die bayerische Staatskanzlei ging, entschuldigte sich das Hotel. Juniorchef Andreas Vogl betonte: „Das ist überhaupt nicht unser Weltbild.“ Die Betreiber erklärten, dass sie seit längerem mit gefälschten Buchungen und Phishing-Versuchen über eine große Buchungsplattform zu kämpfen hätten. Dabei seien Nutzerdaten gestohlen worden. Auch bei der Anfrage aus Israel habe man fälschlicherweise angenommen, es handle sich um einen Fake. „Es ist uns aber wirklich äußerst wichtig, dass Sie verstehen, dass diese Äußerung nicht im Hinblick auf Menschen jüdischen Glaubens gemacht wurde, sondern aus Ärger über die zahlreichen Fake-Buchungen“, hieß es in dem Schreiben. „Das war nichtsdestotrotz inakzeptabel und darf so in einem professionellen Betrieb nicht passieren.“ Das Hotel lud den Gast und dessen Familie für eine Woche kostenlos in die Oberpfalz ein, „um uns persönlich kennenzulernen, und um Ihnen zu beweisen, dass wir keine schlechten Menschen sind, die andere diskriminieren“.
Drohungen und Konsequenzen
Seit dem Vorfall gehen bei dem Hotel täglich Drohungen und Morddrohungen ein, wie Vogl berichtete. Die Buchungsplattform habe das Hotel von der Plattform genommen. „Das ist ein Riesenproblem“, sagte Vogl. Er gehe nicht davon aus, dass sich trotz der Klarstellung etwas daran ändern werde.



