Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz im Jemen hat nach eigenen Angaben einen Drohnenangriff auf den Flughafen Nadschran im Südwesten Saudi-Arabiens verübt. Der Militärsprecher der Huthis, Jahja Saree, erklärte, die Miliz habe ein „sensibles Ziel“ erfolgreich getroffen. Der Angriff sei eine Reaktion auf saudiarabische Drohnenflüge über den jemenitischen Provinzen Saada und Haddscha gewesen.
Hauptradar des Flughafens getroffen
Aus mit dem Vorgang vertrauten Kreisen in der Region verlautete, dass der Hauptradar des Flughafens Nadschran getroffen wurde. Dies habe den Flugbetrieb beeinträchtigt. Die saudiarabischen Behörden äußerten sich zunächst nicht offiziell zu dem Vorfall.
Die Spannungen zwischen der Huthi-Miliz und Saudi-Arabien haben zuletzt wieder zugenommen. Die Huthis hatten eine Blockade saudiarabischer Häfen am Roten Meer verkündet und Angriffe auf Öltanker sowie Ölinfrastruktur des Königreichs gemeldet. Saudi-Arabien reagierte mit Luftschlägen auf Ziele in von den Huthis kontrollierten Gebieten.
Hintergrund: Eskalation und neue Allianzen
Ende Juli hatte Riad mit mehreren Staaten ein neues Bündnis zur Sicherung der Schifffahrt im Roten Meer und in der Meerenge Bab al-Mandab gegründet. Die international anerkannte Regierung des Jemen warf den Huthis vor, Gebühren für die Durchfahrt von Schiffen durch das Rote Meer und die Meerenge erheben zu wollen.
Bab al-Mandab zählt zu den wichtigsten Handelsrouten der Welt. Seit der Blockade der Straße von Hormus durch den Iran im Zuge des Iran-Kriegs hat die Seeroute weiter an Bedeutung gewonnen. Saudi-Arabien nutzte sie etwa als Alternativroute für seine Ölexporte.
Gefahr für die Waffenruhe
Im Jemen unterstützt eine von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition seit 2015 die Regierung im Kampf gegen die Huthis. Seit einer von der UNO vermittelten Waffenruhe im Jahr 2022 waren die Kämpfe weitgehend zum Erliegen gekommen. Die jüngsten gegenseitigen Angriffe drohen diese faktische Feuerpause zu beenden.



