ICE-Erschießungen in den USA: Trumps Häscher töten weiter
ICE-Erschießungen: Trumps Häscher töten weiter

Die Empörung über die US-Einwanderungsbehörde ICE wächst: Zum zweiten Mal innerhalb von sieben Tagen haben ICE-Beamte einen Menschen erschossen. Der jüngste Vorfall ereignete sich im Bundesstaat Maine, wo ein kolumbianischer Staatsbürger getötet wurde. Die brutale Vorgehensweise von Donald Trumps Einwanderungspolizei wird nun zum zentralen Thema im Kongresswahlkampf.

ICE tötet erneut: Der zweite Todesfall in einer Woche

Am Dienstagabend erschossen ICE-Beamte in Portland, Maine, einen kolumbianischen Mann. Nach Angaben von Augenzeugen hatte der Mann versucht, sich zu ergeben. „Ich habe versucht, anzuhalten“, zitierte die Lokalzeitung „Bangor Daily News“ einen Nachbarn. Die Beamten hätten jedoch sofort das Feuer eröffnet. Der Vorfall ereignete sich in einem Wohngebiet, als der Mann offenbar vor den Beamten flüchtete.

Erst vor sieben Tagen war ein 24-jähriger Mexikaner in Texas von ICE-Beamten erschossen worden. Damals hatten die Beamten angegeben, der Mann habe sie mit einem Messer angegriffen. Die Familie des Opfers bestreitet dies und spricht von einer Hinrichtung ohne Vorwarnung. Die beiden Todesfälle reihen sich ein in eine Serie von tödlichen Zwischenfällen mit ICE-Beamten, die in den letzten Monaten zugenommen haben.

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Trumps Einwanderungspolitik: „Über Leichen gehen“

Die Todesfälle haben die Debatte über Trumps Einwanderungspolitik neu entfacht. Der republikanische Präsident hatte nach seinem Amtsantritt eine Null-Toleranz-Politik gegenüber illegaler Einwanderung verkündet. ICE-Beamte wurden angewiesen, härter durchzugreifen und Abschiebungen zu beschleunigen. Kritiker werfen Trump vor, dass seine Politik buchstäblich über Leichen gehe.

„Die Tötungen durch ICE sind kein Einzelfall, sondern das direkte Ergebnis von Trumps rücksichtsloser Politik“, sagte die demokratische Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez in einer Stellungnahme. „Wenn der Präsident Hetze gegen Einwanderer betreibt und den Behörden freie Hand lässt, sind solche Tragödien vorprogrammiert.“ Auch Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International haben die USA aufgefordert, die Todesfälle unabhängig zu untersuchen.

Kongresswahlkampf: Einwanderung als zentrales Thema

Die ICE-Tötungen fallen mitten in den Wahlkampf für die Kongresswahlen im November. Die Demokraten nutzen die Vorfälle, um gegen Trumps Einwanderungspolitik zu mobilisieren. „Jeder Tote durch ICE ist einer zu viel“, sagte der demokratische Senator Bernie Sanders bei einer Wahlkampfveranstaltung in New Hampshire. „Wir brauchen eine humane Einwanderungspolitik, die Menschenleben schützt, nicht gefährdet.“

Die Republikaner hingegen verteidigen das Vorgehen der ICE-Beamten. „Unsere Beamten tun einen gefährlichen Job und müssen sich oft gegen bewaffnete Kriminelle zur Wehr setzen“, sagte der republikanische Abgeordnete Jim Jordan. „Wir sollten diejenigen unterstützen, die unsere Grenzen schützen, nicht sie an den Pranger stellen.“ Umfragen zeigen, dass die Einwanderungspolitik für viele Wähler ein entscheidendes Thema ist – sowohl für Anhänger als auch Gegner Trumps.

ICE in der Kritik: Strukturelle Probleme oder Einzelfälle?

Die Behörde ICE steht seit Jahren in der Kritik. Berichte über übermäßige Gewaltanwendung, willkürliche Festnahmen und unmenschliche Haftbedingungen haben das Image der Behörde beschädigt. Laut einer Studie der American Civil Liberties Union (ACLU) gab es allein im Jahr 2025 über 50 Todesfälle in ICE-Gewahrsam. Die meisten Opfer starben an medizinischer Vernachlässigung oder durch Suizid.

Die aktuellen Erschießungen werfen erneut die Frage auf, ob ICE strukturell reformiert werden muss. „ICE ist eine Behörde, die von oben herab eine Kultur der Gewalt fördert“, sagte die Migrationsforscherin Sara Gomez von der University of California. „Solange die Führung in Washington keine klaren Regeln für den Waffeneinsatz vorgibt, werden solche Vorfälle weiter passieren.“ Die Regierung Trump hat bisher keine Anstalten gemacht, die Richtlinien zu ändern.

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Reaktionen aus der Bevölkerung: Trauer und Wut

In Maine versammelten sich am Mittwochabend Dutzende Menschen zu einer Mahnwache für den getöteten Kolumbianer. Sie hielten Kerzen in den Händen und skandierten „ICE raus aus unseren Straßen“. Die Stimmung war gedrückt, aber auch wütend. „Mein Nachbar war kein Verbrecher, er wollte nur ein besseres Leben“, sagte eine Teilnehmerin unter Tränen. „Die Beamten haben ihn einfach erschossen, ohne zu zögern.“

In den sozialen Medien verbreitete sich der Hashtag #ICEMurder, unter dem Nutzer ihre Wut über die Todesfälle ausdrückten. Viele forderten eine Abschaffung der Behörde. „ICE ist eine Todesschwadron, keine Polizei“, schrieb ein Twitter-Nutzer. Andere riefen zu Protesten vor ICE-Einrichtungen auf. Die Debatte über die Zukunft der Einwanderungsbehörde wird den Wahlkampf in den kommenden Monaten weiter prägen.