Die Internationale Seeschifffahrtsorganisation (IMO) hat einen Evakuierungsplan für mehr als 11.000 Seeleute angekündigt, die seit Monaten in der Straße von Hormus festsitzen. IMO-Generalsekretär Arsenio Dominguez erklärte, der Großeinsatz werde in enger Zusammenarbeit mit Iran, Oman, anderen Golf-Anrainerstaaten, den USA und der Schifffahrtsbranche umgesetzt. Die notwendigen Sicherheitsgarantien seien eingeholt und die Bedingungen für die Sicherheit der Schifffahrt gründlich geprüft worden.
Hintergrund der Blockade
Iran hatte die strategisch wichtige Meerenge Ende Februar blockiert, kurz nachdem die USA und Israel mit Angriffen begannen. Die Blockade legte den Schiffsverkehr lahm und ließ Tausende Seeleute an Bord von Tankern und Frachtern ausharren. Nach der Unterzeichnung eines Rahmenabkommens zwischen den USA und Iran in der vergangenen Woche normalisiert sich die Lage allmählich. Das Schiffstracking-Unternehmen Kpler zählte am Montag 36 Frachtschiffe – die höchste Zahl seit Beginn des Konflikts.
Evakuierungsplan und Sicherheitslage
Dominguez verurteilte die Angriffe auf die zivile Schifffahrt auf Schärfste und würdigte die 14 Seeleute, die während des Konflikts ums Leben kamen. „Wir werden die Umsetzung des Evakuierungsplans für mehr als 11.000 Seeleute beginnen, die noch immer in der Region festsitzen“, sagte er. Der Verband Deutscher Reeder hatte zuvor erklärt, dass rund 45 Schiffe deutscher Unternehmen in der Region festsäßen und das Gebiet wohl nicht sofort verlassen könnten. Die Reederei Hapag-Lloyd teilte mit, vier Charterschiffe im Persischen Golf würden auf die Passage vorbereitet, aber erst starten, „wenn es sicher ist“.
Auswirkungen auf die Schifffahrt
Die Öffnung der Straße von Hormus ist ein wichtiger Schritt für den Welthandel. Seit dem Rahmenabkommen passieren wieder zahlreiche Schiffe die Meerenge. Die Evakuierung der Seeleute ist ein humanitärer Erfolg, doch die Lage bleibt fragil. Der US-Präsident steht innenpolitisch unter Druck, da ein echter Frieden in weiter Ferne liegt.



