Iran: Eine verzweifelt hassende Bevölkerung – Gastbeitrag
Iran: Verzweifelt hassende Bevölkerung – Gastbeitrag

Leben nach dem Krieg: Iran hat eine verzweifelt hassende Bevölkerung hervorgebracht

Der Versuch, das iranische Regime zu stürzen, ist endgültig gescheitert. In Teheran aber geht unser Leben weiter. Wer gegen das Eingreifen der USA war, gilt jetzt als Regimefreund. Ein Gastbeitrag von Amir Hassan Cheheltan.

In Teheran herrscht eine gespenstische Stille. Die Straßen sind leer, die Menschen verbarrikadieren sich in ihren Häusern. Von Normalität kann keine Rede sein. Die einstigen Hoffnungen auf einen politischen Umbruch haben sich in Luft aufgelöst. Stattdessen breitet sich eine tiefe Verzweiflung aus, die in Hass umschlägt. Die iranische Gesellschaft ist gespalten wie nie zuvor. Diejenigen, die sich gegen eine militärische Intervention der USA ausgesprochen haben, werden nun pauschal als Anhänger des Regimes diffamiert. Dabei geht es nicht um Sympathie für die Führung, sondern um die Angst vor einem noch größeren Blutvergießen.

Die Wirtschaft liegt am Boden, die Inflation frisst die Ersparnisse der Menschen auf. Viele haben ihre Arbeit verloren, die Jungen sehen keine Perspektive. Die Repression des Regimes ist allgegenwärtig, doch der Widerstand ist erlahmt. Die Protestbewegung, die noch vor wenigen Monaten das Land erschütterte, ist zerschlagen worden. Wer jetzt noch auf die Straße geht, riskiert sein Leben. Die Sicherheitskräfte schießen scharf, und die Justiz verhängt drakonische Strafen.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

In dieser Atmosphäre der Angst und des Misstrauens wächst der Hass. Die Menschen hassen das Regime, aber sie hassen auch diejenigen, die nicht bereit sind, alles zu riskieren. Jeder verdächtigt jeden. Die Familien zerbrechen an den politischen Differenzen. Der Traum von einem freien Iran ist ausgeträumt, zumindest vorerst. Was bleibt, ist die tägliche Mühsal des Überlebens. Die Menschen ziehen sich zurück in ihre Privatsphäre, meiden öffentliche Diskussionen. Die Gesellschaft ist in eine Spirale der Gewalt und des Hasses geraten, aus der es kein Entrinnen zu geben scheint.

Dennoch gibt es Momente der Menschlichkeit. Nachbarn helfen einander, wenn die Lebensmittel knapp werden. Untergrundgruppen organisieren heimlich Bildungsangebote für Kinder. Diese kleinen Gesten des Widerstands sind es, die die Hoffnung am Leben erhalten. Aber sie sind selten geworden. Die Mehrheit der Iraner ist müde, enttäuscht und verbittert. Sie haben das Vertrauen in eine bessere Zukunft verloren.

Der Gastbeitrag von Amir Hassan Cheheltan zeichnet ein düsteres Bild der iranischen Gesellschaft nach dem gescheiterten Aufstand. Er macht deutlich, dass die Folgen des Konflikts noch lange nachwirken werden. Der Hass, der sich in den Herzen der Menschen eingenistet hat, wird nicht so schnell verschwinden. Es wird Jahre, vielleicht Jahrzehnte dauern, bis die Wunden heilen. Bis dahin bleibt Iran ein Land der Verzweiflung und des Hasses.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration