EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hat den Vorschlag von Kremlchef Wladimir Putin, Altkanzler Gerhard Schröder als Vermittler im Ukraine-Krieg einzusetzen, entschieden zurückgewiesen. „Wenn wir Russland das Recht geben würden, in unserem Namen einen Verhandlungsführer zu benennen, wäre das nicht sehr klug“, sagte Kallas am Rande eines Außenministertreffens in Brüssel.
Schröder sei hochrangiger Lobbyist für russische Staatsunternehmen gewesen. Daher sei klar, warum Putin ihn haben wolle: „Dann säße er gewissermaßen auf beiden Seiten des Tisches“, so Kallas. Auch andere EU-Außenminister äußerten sich kritisch. Österreichs Außenministerin Beate Meinl-Reisinger betonte, die Auswahl eines Verhandlers müsse die EU treffen, nicht Russland.
Schwedens Außenministerin Maria Malmer Stenergard bezeichnete Putins Vorstoß als Ablenkungsmanöver. Putin sei nicht wirklich an Friedensgesprächen interessiert. Stattdessen seien weitere Sanktionen nötig, um den Druck auf Russland zu erhöhen. Estlands Außenminister Margus Tsahkna stellte klar: „Gerhard Schröder wird nicht Europa vertreten.“
Putin hatte Schröder bei einer Pressekonferenz in Moskau als Vermittler ins Spiel gebracht. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha lehnte den Vorschlag ebenfalls ab: „Wir unterstützen das nicht.“ Präsident Wolodymyr Selenskyj betonte die Rolle der USA als Vermittler, ohne direkt auf Schröder einzugehen.



