Kanada droht mit Vergeltung gegen Trumps neue Zollattacken
Kanada droht mit Vergeltung gegen Trumps Zölle

Nach der Ankündigung neuer US-Zölle in Höhe von 50 Prozent auf eine Reihe kanadischer Produkte hat Kanada mit Vergeltungsmaßnahmen gedroht. Premierminister Mark Carney sagte am Donnerstag nach einem Treffen mit den Ministerpräsidenten der kanadischen Provinzen, man werde nicht zögern, die eigenen Interessen zu verteidigen. „Wir intensivieren unsere Handelsverhandlungen mit den USA und werden nicht zögern, unsere Interessen zu verteidigen, wenn es sein muss“, so Carney.

Trumps Zollankündigung und Kanadas Reaktion

US-Präsident Donald Trump hatte am Montag neue Zölle von 50 Prozent auf kanadische Produkte angekündigt, die am 19. August in Kraft treten sollen. Carney bezeichnete diese Maßnahmen als ungerechtfertigt. „Alles ist auf dem Tisch, wenn es keine Einigung gibt“, sagte er mit Blick auf mögliche Gegenmaßnahmen, ohne jedoch Einzelheiten zu nennen. Die kanadische Regierung strebe ein umfassendes Handelsabkommen mit den USA an, keine sektoralen Vereinbarungen.

Hintergrund des Handelsstreits

Trump und Carney hatten sich diese Woche darauf geeinigt, die bilateralen Handelsgespräche zu intensivieren. Hintergrund der Spannungen ist Trumps Entscheidung vom 1. Juli, das bestehende Handelsabkommen USMCA (USA, Mexiko, Kanada) nicht um weitere 16 Jahre zu verlängern. Das Abkommen bleibt zwar in Kraft, erfordert nun aber jährliche Überprüfungen.

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Neue US-Zölle gegen 60 Handelspartner

Am Donnerstagabend kündigte die Trump-Regierung zudem neue Zölle von 10,0 und 12,5 Prozent gegen 60 Handelspartner an, darunter die Europäische Union. Laut hochrangigen Regierungsvertretern begründet die US-Regierung diese Zölle mit einer laxen Umsetzung von Verboten der Zwangsarbeit in den betroffenen Ländern. Waren aus Ländern mit angemessenen Gesetzen gegen Zwangsarbeit werden mit 10,0 Prozent belegt, solche aus Staaten mit unzureichenden Verboten mit 12,5 Prozent, wie das Büro des US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer mitteilte.

Auslaufen der bisherigen Zölle

Am Freitag läuft die gesetzliche Frist für die bisherigen globalen Zölle aus. Nach einer Niederlage vor dem Obersten US-Gerichtshof hatte Trump im Februar neue globale Zölle in Höhe von zehn Prozent verhängt. Die zusätzlichen Zölle fallen ab Freitagmorgen 06:01 Uhr deutscher Zeit (Mitternacht US-Ostküstenzeit) auf Importe bestimmter Waren an. Ausgenommen sind Produkte, die bereits zuvor auf ein Schiff geladen wurden, sich auf dem letzten Transportabschnitt befinden und vor dem 28. Juli abgefertigt werden.

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