Frankreich lässt russischen Schattentanker nach Geldstrafe weiterfahren
Frankreich lässt russischen Schattentanker weiterfahren

Französische Behörden setzen russischen Schattentanker fest

Der unter der Flagge Kameruns fahrende Öltanker „Deliver“ ist nach französischen Angaben wieder ausgelaufen, nachdem die Reederei des Schiffes vom Landgericht Marseille zu einer Geldstrafe wegen „Flaggenverstoßes“ verurteilt worden war. Das Schiff habe die französischen Hoheitsgewässer nach Zahlung der Strafe verlassen, teilten die Behörden am Donnerstag mit. Die „Deliver“ war Ende Juni von der französischen Marine festgesetzt worden, als sie aus dem russischen Ölhafen Primorsk nahe der finnischen Grenze kommend auf dem Weg nach Singapur war.

Hintergrund: Russlands Schattenflotte umgeht Sanktionen

Mit oft veralteten Schiffen, die unter fremder Flagge fahren, umgeht Russland nach Überzeugung westlicher Staaten die internationalen Ölsanktionen. Der Tanker „Deliver“ steht unter Verdacht, unter Umgehung der Sanktionen russisches Öl transportiert zu haben. Laut einer Ende Mai von Kamerun veröffentlichten Liste durfte das Schiff nicht mehr unter der Flagge des zentralafrikanischen Landes fahren. Seit Februar 2025 steht die „Deliver“ auf der Liste der von der Europäischen Union mit Sanktionen belegten Schiffe. Nach französischen Angaben zählen 800 bis 1000 Schiffe zur russischen Schattenflotte.

Eskorte und juristische Schritte

Nach dem Festsetzen des Tankers vor der Küste Siziliens im Rahmen einer Flaggenkontrolle eskortierte die französische Marine ihn in den Hafen von Fos-sur-Mer bei Marseille. Die zuständige Staatsanwaltschaft leitete eine Untersuchung wegen „Flaggenverstoßes“ ein. Seitdem lag das Schiff vor der Küste von Fos-sur-Mer vor Anker. Frankreich hatte zuvor bereits vier Schiffe der russischen Schattenflotte festgesetzt, von denen zwei zur Zahlung einer Geldstrafe verurteilt wurden. Die „Deliver“ ist das dritte Schiff, das nach einer Geldstrafe wieder freikam.

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Die Umsetzung der internationalen Sanktionen gegen Russland gestaltet sich schwierig, wie der Fall zeigt. Selbst wenn ein Schiff der Schattenflotte festgesetzt wird, sind die Handlungsmöglichkeiten begrenzt. Die Geldstrafe für den Flaggenverstoß war die einzige Sanktion, die das Gericht verhängen konnte, da ein direkter Nachweis der Sanktionsumgehung nicht erbracht wurde.

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