US-Bundesstaaten klagen gegen Warner-Übernahme durch Paramount
Klage gegen Warner-Übernahme durch Paramount

Zwölf US-Bundesstaaten haben Klage eingereicht, um die Übernahme des traditionsreichen Filmstudios Warner Brothers durch den Konkurrenten Paramount zu verhindern. Der Zusammenschluss der beiden Branchenriesen würde zu höheren Preisen und einem geringeren Angebot an Filmen und Fernsehsendungen führen, warnte der kalifornische Generalstaatsanwalt Rob Bonta.

US-Regierung genehmigte Deal ohne Auflagen

Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump hatte den Milliardendeal zuvor ohne Auflagen durchgewinkt. Das Justizministerium vertrat die Auffassung, dass die Fusion weder den Wettbewerb noch die Verbraucher im TV-, Streaming- oder Filmproduktionsgeschäft beeinträchtigen werde. Laut dem „Wall Street Journal“ wurde die Übernahme von der Führung des Ministeriums gebilligt, bevor die zuständigen Juristen eine Empfehlung abgeben konnten.

Klagebegründung: Wettbewerbsverstöße und Kinosorgen

Die klagenden Bundesstaaten argumentieren, dass der Wegfall der Konkurrenz zwischen Warner und Paramount insbesondere die Filmtheater schwer treffen würde. Der Deal verstoße gegen Wettbewerbsregeln und müsse untersagt werden. An der Börse zeigten sich Anleger jedoch unbeeindruckt: Die Warner-Aktie legte nach Bekanntwerden der Klage um rund zwei Prozent zu. Parallel dazu laufen noch Wettbewerbsprüfungen außerhalb der USA, unter anderem in Europa.

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Hintergründe des Deals

Hinter Paramount steht die Familie des Software-Milliardärs Larry Ellison, der als Unterstützer von Präsident Trump bekannt ist. Ursprünglich hatte sich bereits Netflix im vergangenen Jahr mit Warner auf einen Kauf des Streaming- und Studiogeschäfts geeinigt. Doch Paramount erhöhte sein Angebot und sicherte sich den gesamten Konzern Warner Bros. Discovery, inklusive der Fernsehsender wie CNN. Der Deal hat ein Volumen von rund 111 Milliarden Dollar.

Sorgen um CNN und redaktionelle Unabhängigkeit

Trump-Kritiker in den USA befürchten, dass CNN unter dem Dach von Paramount seine redaktionelle Unabhängigkeit verlieren könnte – ähnlich wie in anderen Fällen, in denen Medienhäuser von dem Präsidenten nahestehenden Milliardären übernommen wurden. Trump hatte mehrfach betont, dass ihm besonders wichtig sei, dass der oft kritisch über ihn berichtende Nachrichtensender bei einem Warner-Deal ebenfalls den Besitzer wechselt. Die Nachrichtenredaktion des Paramount-Senders CBS war nach der Übernahme durch die Ellison-Familie durch eine freundlichere Berichterstattung über Trumps Regierung aufgefallen. In der populären Sendung „60 Minutes“ wurden mehrere Korrespondenten entlassen, die politischen Druck beklagten.

Paramounts Ambitionen

Paramount wird von Larry Ellisons Sohn David Ellison geführt, einem Filmproduzenten. Mit der Übernahme von Warner Bros. Discovery will er das Gewicht des bisher kleineren Players in Hollywood deutlich erhöhen. Zu Warner gehören unter anderem das DC-Superhelden-Universum mit Superman und Batman, Filmreihen wie „Harry Potter“ sowie ein starkes Streaming-Geschäft auf Basis des Bezahlsenders HBO.

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