Der ehemalige Bundestrainer und Weltmeister Jürgen Klinsmann hat die deutsche Nationalmannschaft eindringlich davor gewarnt, bei der anstehenden Fußball-Weltmeisterschaft politische Botschaften zu verbreiten. In der ARD-Talksendung „Maischberger“ äußerte sich der 61-Jährige deutlich: „Absolut nicht“ solle sich das Team um Kapitän Joshua Kimmich während des Turniers in Kanada, Mexiko und den USA politisch positionieren.
Klinsmann: „Das gehört sich nicht“
„Du gehst nicht als Team in ein Land, um politische Botschaften zu überbringen. Das gehört sich nicht“, betonte Klinsmann. Er erklärte weiter: „Wenn ich das aus der Ferne mache – egal, ob Katar oder Russland, dann kreiere ich schlechtes Karma.“ Der frühere Weltklasse-Stürmer bezog sich damit auf die Erfahrungen der vergangenen Turniere.
Rückblick auf die WM 2022 in Katar
Bei der Weltmeisterschaft 2022 in Katar hatte es aufgrund der Menschenrechtssituation im Gastgeberland tagelange Diskussionen um die sogenannte One-Love-Binde gegeben. Der Weltverband Fifa verbot die Binde schließlich. Daraufhin hielten sich die Spieler vor dem verlorenen Gruppenspiel gegen Japan beim Mannschaftsfoto den Mund zu – eine Aktion, die weltweit für Aufsehen sorgte und auch bei Klinsmann auf Unverständnis stieß.
„Man hat Katar unglaublich schlechtgeredet, ohne irgendwelche Beweise vorzulegen. Dann schädigst du deine Mannschaft“, kritisierte Klinsmann. Er betonte, dass Sport und Politik zwar eine Verbindung hätten, „aber es hört dann irgendwo auch auf“. Die Lehren aus Russland 2018 und Katar 2022 seien nun gezogen worden: „Das macht man einfach nicht.“
DFB-Präsident Neuendorf mahnt ebenfalls zur Zurückhaltung
Bereits vor Turnierbeginn hatte DFB-Präsident Bernd Neuendorf im Namen des Deutschen Fußball-Bunds (DFB) zu politischer Zurückhaltung aufgerufen. In einem Gastbeitrag für das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) schrieb er: „Wir tun als Fußballverband gut daran, in dieser hektischen Zeit nicht jedes tagespolitische Ereignis und jede Aussage reflexhaft zu kommentieren.“
Auftakt gegen Curaçao
Die Mannschaft von Trainer Julian Nagelsmann startet am Sonntag (19 Uhr, ARD und MagentaTV) gegen den WM-Neuling Curaçao in das Turnier. In Houston ist Deutschland klarer Favorit. Weitere Gruppengegner sind Ecuador und die Elfenbeinküste.



