In Kolumbien zeichnet sich nach der ersten Runde der Präsidentschaftswahl eine Stichwahl zwischen dem ultrarechten Außenseiter Abelardo de la Espriella und dem linken Senator Ivan Cepeda ab. Der amtierende Präsident Gustavo Petro äußerte jedoch am Sonntagabend Zweifel an dem vorläufigen Ergebnis.
Überraschende Führung für de la Espriella
Nach Auszählung eines Großteils der Stimmen liegt der ultrarechte Kandidat Abelardo de la Espriella überraschend vorn. Der 58-jährige Geschäftsmann und ehemalige Gouverneur der Provinz Santander konnte vor allem in ländlichen Regionen und bei konservativen Wählern punkten. Sein Wahlkampf war geprägt von law-and-order-Rhetorik und Versprechen, die Sicherheitslage im Land zu verbessern.
Linker Senator Cepeda knapp dahinter
Knapp hinter de la Espriella liegt der linke Senator Ivan Cepeda, der als Kandidat der Regierungskoalition antritt. Cepeda, ein langjähriger Menschenrechtsaktivist und Sohn des ermordeten linken Politikers Manuel Cepeda, konnte vor allem in den Großstädten und bei der jungen Bevölkerung punkten. Er verspricht soziale Reformen und eine Fortsetzung des Friedensprozesses mit den Guerillagruppen.
Petro stellt Ergebnis infrage
Amtsinhaber Gustavo Petro, der nicht zur Wiederwahl antreten durfte, äußerte am Sonntagabend Zweifel an der Korrektheit des vorläufigen Ergebnisses. In einer Stellungnahme sprach er von Unregelmäßigkeiten bei der Auszählung und forderte eine vollständige Überprüfung. „Das kolumbianische Volk verdient eine transparente Wahl, und wir werden alles tun, um sicherzustellen, dass jede Stimme korrekt gezählt wird“, so Petro.
Stichwahl in zwei Wochen erwartet
Sollte sich das vorläufige Ergebnis bestätigen, kommt es in zwei Wochen zur Stichwahl zwischen de la Espriella und Cepeda. Beide Lager bereiten sich bereits auf einen intensiven Wahlkampf vor. Politische Beobachter erwarten eine hitzige Auseinandersetzung, bei der vor allem die Themen Sicherheit, soziale Gerechtigkeit und der Friedensprozess im Mittelpunkt stehen werden.
Die Wahlkommission hat angekündigt, die endgültigen Ergebnisse in den nächsten Tagen zu veröffentlichen. Internationale Wahlbeobachter haben bisher keine größeren Unregelmäßigkeiten gemeldet, werden die Entwicklungen aber weiterhin genau verfolgen.



