Berlin – In der Talkshow von Maybrit Illner ist es zu einem heftigen Wortgefecht zwischen dem CDU-Außenpolitiker Armin Laschet und dem AfD-Bundestagsabgeordneten Rüdiger Lucassen gekommen. Laschet, sichtlich erbost, warf Lucassen vor, die Europäische Union bewusst zu schwächen.
Laschet wirft AfD-Politiker Gefährdung der EU vor
„Sie reden absichtlich abstrakt über Europa. Sie sagen es extra so unklar, weil Sie eine schwache EU wollen, aber kein institutionell starkes Europa“, polterte Laschet. Er forderte Lucassen auf, sich klar zum europäischen Einigungsprozess der Nachkriegsjahre von Konrad Adenauer und Robert Schuman zu bekennen. „Solange Sie sich nicht klar bekennen, sind Sie eine Gefahr“, so der 65-Jährige weiter. „Genau solche Befürchtungen in der Welt entstehen wegen solcher Sprüche, wie Sie sie gerade gemacht haben.“
Lucassen kontert mit Verweis auf Adenauers Moskau-Reise
Lucassen, seit 2017 im Bundestag, versuchte den Spieß umzudrehen. Er erinnerte an Adenauers Reise nach Moskau Mitte der 1950er Jahre, um deutsche Kriegsgefangene freizubekommen. „Wo ist ein Merz, wo ist ein Wadephul, der jetzt mal nach Moskau reist?“, fragte der 74-Jährige provozierend. Laschet ließ sich jedoch nicht beirren: „Adenauersche Politik war immer Westbindung. Die Nato war immer militärische Stärke plus Dialog und Diplomatie.“ Er betonte, dass auch er mehr Diplomatie befürworte, aber nicht in der simplen Art der AfD.
Hintergrund der Debatte
Die Diskussion bei Maybrit Illner drehte sich um die Rolle Deutschlands in der EU und die Sicherheitspolitik. Laschet, ehemaliger Kanzlerkandidat der Union, zeigte sich ungewöhnlich emotional. Lucassen, der für die AfD im Verteidigungsausschuss sitzt, hatte zuvor die EU scharf kritisiert und eine stärkere nationale Souveränität gefordert.



