Lebenslange Haft für Mord an US-Politikerin Melissa Hortman
Lebenslange Haft für Mord an US-Politikerin Hortman

Höchststrafe für brutalen Mord an US-Politikerin

Gut ein Jahr nach dem tödlichen Angriff auf die US-Politikerin Melissa Hortman und ihren Ehemann Mark ist der Täter zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Der Bundesrichter John Tunheim sprach am Mittwoch in Minneapolis das Urteil: zweimal lebenslänglich plus 40 Jahre Haft. Eine vorzeitige Entlassung des 59-jährigen Verurteilten ist damit ausgeschlossen, wie US-Medien übereinstimmend berichteten.

Der Mann hatte gestanden, die Demokratin Hortman und ihren Mann im Juni 2025 in ihrem Haus in Minnesota erschossen zu haben. Zuvor hatte er bereits den Politiker John Hoffman und dessen Frau Yvette durch Schüsse schwer verletzt. Beide überlebten jedoch. Die Anklage hatte auf die Forderung nach der Todesstrafe verzichtet.

Richter spricht von Angriff auf die Demokratie

In seiner Urteilsbegründung nannte Richter Tunheim die Tat einen „brutalen Angriff auf gewählte Amtsträger und ihre Familien“ und verglich sie mit einem „Angriff auf die Demokratie“, wie die Zeitung „Minnesota Star Tribune“ berichtete. Der Verurteilte habe mit seiner Tat nicht nur Menschenleben ausgelöscht, sondern auch das Fundament der demokratischen Gesellschaft erschüttert.

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Der Täter war als Polizist verkleidet am Haus der Hortmans erschienen und hatte das Paar kaltblütig erschossen. Nach den Schüssen auf die Hoffmans konnte er zunächst fliehen. Eine aufwendige Verfolgungsjagd mit Drohnen und 20 Spezialeinsatzkommandos endete schließlich in einem Waldstück, wo der Mann festgenommen wurde.

Todesliste mit über 45 Politiker-Namen

Bei der Durchsuchung seines Fahrzeugs fanden die Ermittler eine Liste mit mehr als 45 Namen von Politikern. Nach Angaben der Ermittler handelte der Schütze aus Hass auf die Demokratische Partei und war offenbar ein evangelikaler Abtreibungsgegner. Er habe geplant, weitere Morde zu begehen.

Der Fall reiht sich in eine Serie politisch motivierter Gewalttaten in den USA ein. Erst 2024 wurde der damalige Präsidentschaftskandidat Donald Trump bei einem Wahlkampfauftritt durch einen Schuss am Ohr verletzt. Im September 2025 erschoss ein Mann zudem den Trump-nahen Aktivisten Charlie Kirk. Die Tat von Minnesota zeigt, wie tief die politischen Gräben in den USA reichen und zu welcher Gewaltbereitschaft sie führen können.

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