Litauen verstärkt Schutz gegen russische Hybridangriffe nach Geheimdienstwarnung
Litauen verstärkt Schutz gegen russische Hybridangriffe

Litauen hat nach eigenen Angaben Geheimdienstinformationen über russische Pläne für Angriffe auf die nationale Infrastruktur erhalten. Präsident Gitanas Nauseda kündigte in einem Interview mit der Nachrichtenagentur BNS an, die Sicherheitsvorkehrungen an Energie- und Verkehrsanlagen vorsorglich zu verstärken. Konkrete Angaben zu Ort oder Zeitpunkt der geplanten Attacken machte er nicht. „Wir haben solche Signale, die wir von unseren (Geheim-)Diensten erhalten“, sagte Nauseda. „Sie nennen weder einen klaren Ort noch eine Zeit, weil der Gegner seine Planung noch nicht abgeschlossen hat und wir nur von der Planung oder dem Ziel wissen.“

Hintergrund der Spannungen

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 versucht Russland wiederholt, auch Nato-Staaten durch gezielte Sabotageakte zu schädigen. Litauen, das an die russische Exklave Kaliningrad und den russischen Verbündeten Belarus grenzt, hat seine Verteidigungsausgaben seitdem verdreifacht. Die Regierung in Moskau weist alle Vorwürfe zurück, Sabotageakte oder andere Angriffe auf Länder außerhalb der Ukraine zu planen. Solche Berichte seien Teil einer antirussischen Propagandakampagne.

Polen und Baltikum in Sorge

Nauseda sagte nicht ausdrücklich, dass Litauen das Ziel sei. Allerdings hatte das Nachbarland Polen kürzlich erklärt, westliche Geheimdienste seien besorgt über das Risiko russischer Angriffe auf polnisches und baltisches Territorium. Lettland registrierte zudem Tausende illegale Grenzübertritte aus Belarus, die mutmaßlich vom belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko organisiert wurden. Russland hält nahe Estland Schießübungen ab, was die Spannungen weiter verschärft.

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Maßnahmen und Reaktionen

Die litauischen Behörden haben ihre Sicherheitsvorkehrungen an kritischen Infrastruktureinrichtungen erhöht. Präsident Nauseda betonte, es könne sich um verschiedene Mittel handeln, die darauf abzielten, Anlagen physisch zu beschädigen. „Alles, was den Betrieb dieser Anlagen beeinträchtigt“, sei potenziell betroffen. Der litauische Grenzschutz wurde jedoch nicht über konkrete Pläne informiert. Die Regierung in Vilnius ruft die Bevölkerung zur Wachsamkeit auf, ohne Panik zu schüren.

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