Die rechtsaußen Influencerin Laura Loomer, die US-Präsident Donald Trump nahesteht, hat sich in Kiew mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj getroffen. Der ukrainische Präsidentenberater Dmytro Lytwyn bestätigte die Gespräche. Loomer veröffentlichte auf ihrem X-Kanal Auszüge eines Interviews, die auch Trump auf Truth Social teilte.
Wandel von der Propagandistin zur Unterstützerin
Bis vor Kurzem hatte Loomer ihre ablehnende Haltung gegenüber der Ukraine offen gezeigt. Sie sprach sich gegen US-Finanz- und Militärhilfen für Kiew aus. Doch am Montag postete sie überraschend ein Video von sich in einem Zug in der Ukraine. Einen Tag später berichtete sie von einem Luftalarm in Kiew, den sie als drastische Erfahrung beschrieb. „Das ist der Alltag für jeden Ukrainer“, sagte Loomer. Sie komme sich vor „wie ein ziemliches Arschloch“, weil sie „den Kampf der Ukrainer in den vergangenen fünf Jahren heruntergespielt“ habe.
Selbstkritik und Eingeständnis der Propaganda
Loomer räumte ein, russischen Lügen aufgesessen zu sein. „Einige von uns hatten die Dreistigkeit zu behaupten, Russland habe nicht Unrecht, weil wir der Lüge glaubten, die Ukraine sei ein Land voller Nazi-Sympathisanten“, sagte sie. „Wir sind durch Russland so dermaßen mit Propaganda berieselt worden, ohne es überhaupt zu merken.“ Selenskyjs Büro begrüßte Loomers Besuch. Es sei wichtig, dass sich die US-Aktivistin ein persönliches Bild von den Geschehnissen in der Ukraine mache, hieß es in einer Erklärung.
Trumps wechselnde Haltung zur Ukraine
Trump und Selenskyj sind in der Vergangenheit mehrfach heftig aneinandergeraten. Zuletzt lobte Trump die Ukraine jedoch überraschend. Bei einem Treffen mit Selenskyj in Ankara kündigte er an, dass Kiew die Erlaubnis zur Herstellung von Patriot-Luftabwehrraketen erhalten solle.



