Öltanker explodiert in der Straße von Hormus – Iranische Medien berichten von Minentreffer
Öltanker in Straße von Hormus explodiert – Iranische Medien

Iranische Staatsmedien berichten, dass in der Straße von Hormus ein Öltanker auf eine Seemine aufgelaufen und explodiert sei. Der Vorfall ereignete sich, nachdem der Iran Schiffe aufgefordert hatte, ausschließlich eine bestimmte Route zu nutzen, um Minengefahr zu vermeiden.

Details des Vorfalls

Nach Angaben der den iranischen Revolutionsgarden nahestehenden Nachrichtenagenturen Defapress und Tasmin sei der Tanker von der vorgeschriebenen Route abgewichen. Zudem habe das Schiff sein Radarsystem ausgeschaltet. Weitere Details zu dem Zwischenfall, wie die Identität des Tankers oder mögliche Verletzte, wurden nicht genannt.

Das für die Region zuständige US-Kommando Centcom und die britische Schifffahrtssicherheitsbehörde UKMTO haben den Vorfall bislang nicht bestätigt. Eine unabhängige Überprüfung der Ereignisse ist daher nicht möglich.

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Hintergrund: Minen in der Meerenge

Unklar ist, wie viele Seeminen der Iran in dem strategisch wichtigen Seegebiet verlegt hat. Der britische „Guardian“ zitiert Phil Belcher, Schifffahrtsexperte des Tankerverbands Intertanko, mit den Worten: „Nach meinem letzten Stand sind 80 Minen in der Meerenge verlegt.“ Der US-Sender CBS News berichtete im Mai unter Berufung auf anonyme US-Geheimdienstmitarbeiter, dass die USA mindestens zehn Minen in dem Gebiet identifiziert hätten.

Iranische Kontrollansprüche

Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Wasserstraßen für den globalen Öltransport. Der Iran beansprucht das Recht, die Durchfahrt zu kontrollieren, und fordert von Handelsschiffen die Einhaltung einer festgelegten Passage. Die iranischen Streitkräfte erklärten, sie hätten binnen 24 Stunden sechs Schiffe an der Durchfahrt gehindert, die eine „illegale und unsichere Route“ genommen hätten.

Teheran versucht damit, Schiffe zur Nutzung iranischer Gewässer und zur Zahlung einer Gebühr für die sichere Passage zu zwingen. Eine solche Transitgebühr hatte der Iran bereits im Juni angekündigt und immer wieder in Verhandlungen mit den USA ins Spiel gebracht – nach eigenen Angaben, um Kriegsschäden zu finanzieren.

Der Iran hat zuletzt mehrere Tanker angegriffen, die nahe der Küste des Oman durch die Meerenge fuhren. Die Spannungen in der Region bleiben hoch, während die internationale Gemeinschaft auf eine diplomatische Lösung drängt.

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