Der republikanische US-Senator Mitch McConnell hat nach Wochen der Ungewissheit Klarheit über seinen Gesundheitszustand geschaffen. Der 84-Jährige, der seine Partei jahrelang im US-Senat anführte, teilte über sein Büro mit, dass er Mitte Juni wegen eines Sturzes ins Krankenhaus gekommen sei. Er habe keine schweren Verletzungen erlitten, sei aber kurz bewusstlos gewesen. Im Krankenhaus habe er zudem eine milde Lungenentzündung behandeln lassen.
McConnell: „Kein Herzinfarkt, kein Schlaganfall“
„Ich hatte weder einen Herzinfarkt noch einen Schlaganfall. Ich habe weder Tumore noch Blutungen“, stellte McConnell klar. Derzeit befinde er sich in der Rehabilitation. „So sehr es mich auch frustriert, dieser Prozess braucht Zeit. Und auf Anraten meiner Ärzte werde ich noch nicht so bald in den Senat zurückkehren können, um an Abstimmungen teilzunehmen“, so der Politiker. In einer beigefügten Stellungnahme wies sein Arzt auf die Polio-Erkrankung hin, die McConnell als Kind überlebte. Mehrere Stürze im vergangenen Jahr seien auf die Folgen dieser Erkrankung zurückzuführen.
McConnells Mitteilung am Tag von Grahams Tod
McConnells Mitteilung wurde am Sonntag veröffentlicht – am gleichen Tag, an dem bekannt wurde, dass sein Parteifreund Lindsey Graham am Samstag überraschend im Alter von 71 Jahren gestorben war. McConnells Gesundheit ist nicht zum ersten Mal Thema: Bereits 2023 war er während eines privaten Abendessens in einem Hotel in Washington gestürzt und hatte sich eine Gehirnerschütterung zugezogen. In der Folge hatte er Aussetzer bei Pressekonferenzen, was Sorgen um seinen Gesundheitszustand schürte.
McConnell: Langjähriger Strippenzieher und Rekordhalter
Der erzkonservative Politiker gilt seit langem als wichtiger Strippenzieher in der US-Politik. Er sitzt seit 1985 im US-Senat und war jahrelang Mehrheitsführer der Republikaner, bevor John Thune dieses Amt übernahm. McConnell schrieb Geschichte als der am längsten amtierende Anführer einer Partei in der Parlamentskammer. Auch während Donald Trumps erster Präsidentschaft führte er die Republikaner im Senat an und spielte eine wichtige Rolle für dessen erste Amtszeit. In Trumps zweiter Amtszeit fiel er jedoch auch mit Kritik an dessen Politik auf.



