Das US-Militär hat nach eigenen Angaben eine neue Angriffswelle gegen den Iran eingeleitet und damit die nur wenige Tage andauernde Feuerpause beendet. Die Attacken begannen am Mittwoch um 20 Uhr US-Ostküstenzeit und wurden vom regionalen US-Kommando Centcom als „entschlossene Antwort“ auf iranische Angriffe auf US-Streitkräfte im Nahen Osten bezeichnet. Konkrete Ziele wurden zunächst nicht genannt, doch wenig später erklärte Centcom, die Angriffswelle sei „erfolgreich“ abgeschlossen worden. Dabei seien unter anderem militärische Kommandozentralen, Raketen- und Drohnenanlagen sowie Küstenüberwachungs- und Verteidigungsanlagen bombardiert worden.
Trumps Vergeltungsdrohung und iranische Raketenangriffe
US-Präsident Donald Trump hatte die Vergeltung bereits Stunden zuvor angekündigt. Ein Reporter von Fox News zitierte Trump mit den Worten: „Wir werden sie hart treffen. Sie werden Prügel beziehen. Wir werden sie verdammt windelweich prügeln.“ Hintergrund war ein iranischer Überraschungsangriff mit mehreren ballistischen Raketen auf US-Truppen im Nahen Osten am Dienstagabend – der erste seit dem vorläufigen Stopp der US-Angriffe auf den Iran am Wochenende. Laut Centcom wurden alle Raketen abgefangen. Der iranische Rundfunk verbreitete eine Stellungnahme der Revolutionsgarden, wonach der Angriff einer US-Militärbasis in Jordanien gegolten habe. Jordaniens Streitkräfte bestätigten, dass fünf Raketen aus dem Iran abgefangen worden seien.
Gemeinsame Operationen mit Saudi-Arabien
Bereits in der Nacht zu Mittwoch hatten US-Streitkräfte gemeinsam mit dem Verbündeten Saudi-Arabien im Irak „Terroristen“ angegriffen, die dem Iran nahestünden. Als Begründung führte das Pentagon mehr als 30 Drohnenangriffe in den vergangenen 72 Stunden an, die die iranischen Revolutionsgarden angeordnet haben sollen. Diese Operation fand parallel zu den neuen Luftangriffen statt.
Hintergrund des Konflikts: Vom Rahmenabkommen zur erneuten Eskalation
Die USA und Israel hatten am 28. Februar ihre Luftangriffe auf den Iran gestartet. Mitte Juni einigten sich die USA und der Iran auf ein Rahmenabkommen, das den Weg zur Beendigung des Krieges über vertiefte Verhandlungen ebnen sollte. Seit April galt zudem eine Waffenruhe, die Trump vor einiger Zeit jedoch nach zahlreichen Verstößen für beendet erklärte. Auch Teheran fühlt sich nicht mehr an die vorläufige Absichtserklärung gebunden. Die neue Angriffswelle markiert eine deutliche Eskalation und wirft Fragen nach einer möglichen weiteren Ausweitung des Konflikts auf.



