Die Staatsanwaltschaft des US-Bundesstaats New Mexico hat dem US-Justizministerium vorgeworfen, ihre strafrechtlichen Ermittlungen zu möglichen kriminellen Aktivitäten auf einer Ranch des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein zu behindern. Das Justizministerium verweigere die Zusammenarbeit und wolle dringend benötigte ungeschwärzte Akten nicht herausgeben, sagte der oberste Staatsanwalt des Bundesstaates, Raúl Torrez.
Justizministerium weist Vorwurf zurück
Ein Sprecher des Justizministeriums bezeichnete den Vorwurf gegenüber dem Nachrichtenportal „Axios“ als „falsch“. Diese Akten ungeschwärzt weiterzugeben, würde gegen Gesetze verstoßen.
Die Ermittlungen gegen Epstein in New Mexico waren ursprünglich 2019 auf Antrag der Staatsanwaltschaft des Southern Districts in New York eingestellt worden. Im Zentrum der Ermittlungen steht die „Zorro-Ranch“, die den Angaben nach Epstein gehört haben soll. Medienberichten zufolge soll es dort zu sexuellem Missbrauch und Menschenhandel gekommen sein.
Staatsanwaltschaft hatte Ermittlungen wieder aufgenommen
Nachdem das Justizministerium vor einigen Monaten Millionen von Epstein-Akten – allerdings teilweise geschwärzt – veröffentlicht hatte, hatte die Staatsanwaltschaft in New Mexico angekündigt, die Ermittlungen wieder aufnehmen zu wollen.
Der Multimillionär Epstein hatte über Jahre einen Missbrauchsring betrieben, dem zahlreiche junge Frauen und Minderjährige zum Opfer fielen. Unter seinen Klienten sollen viele einflussreiche Menschen gewesen sein.
Vor fast 20 Jahren kamen erste Vorwürfe vor Gericht, und Epstein bekannte sich in bestimmten Punkten schuldig. Jahre später wurde der Fall neu aufgerollt und der Multimillionär wieder festgenommen. Noch bevor ein mögliches weiteres Urteil gefällt werden konnte, starb der Finanzier am 10. August 2019 im Alter von 66 Jahren in seiner Gefängniszelle. Im Obduktionsbericht wurde Suizid als Todesursache genannt.



