Washington. Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom, ein erbitterter Gegner von US-Präsident Donald Trump, hat diesem vorgeworfen, das Justizministerium für einen persönlichen Rachefeldzug gegen ihn und seine Familie zu instrumentalisieren. In einer auf der Plattform X veröffentlichten Erklärung teilte Newsom mit, dass Bundesbeamte in den letzten Tagen bei Familienangehörigen, Freunden und ehemaligen Mitarbeitern vorgesprochen hätten. Dabei gehe es nicht um die Aufdeckung eines konkreten Verbrechens, sondern vielmehr um den Versuch, eines zu finden.
Ermittlungen ohne konkrete Vorwürfe
Nach Newsoms Angaben durchforsten die Ermittler willkürlich große Mengen an Akten. Er ist überzeugt, dass Trump persönlich die Untersuchungen in Auftrag gegeben habe, weil Newsom sich gegen ihn stelle und eine Kandidatur für die Präsidentschaft 2028 erwäge. Newsom erklärte: „Trump kann mich schikanieren, gegen mich ermitteln und mich auf seine Feindesliste setzen. Aber halte meine Frau und meine Familie aus deinem persönlichen Rachefeldzug heraus.“ Das US-Justizministerium, das nach der Entlassung von Pam Bondi von Todd Blanche geleitet wird, ließ eine Anfrage zunächst unbeantwortet.
Hintergrund der Rivalität
Die „New York Times“ berichtete, dass mehrere Ermittlungen gegen Newsom laufen, von denen sich eine auf die Finanzen seiner Ehefrau Jennifer Siebel Newsom konzentriert. Die Opposition wirft Trump vor, das Justizministerium als Werkzeug für Rachefeldzüge gegen persönliche Gegner zu missbrauchen und damit die Gewaltenteilung zu verletzen. Die beiden Politiker sind langjährige Rivalen und liefern sich regelmäßig öffentliche Wortgefechte. Trump bezeichnete den demokratischen Gouverneur wiederholt als inkompetent. Im Juni 2025 sorgte Trump mit Äußerungen über eine mögliche Festnahme Newsoms für Empörung. Auf die Frage, ob sein Grenzschutz-Beauftragter Tom Homan Newsom festnehmen sollte, antwortete Trump: „Ich würde es tun, wenn ich Tom wäre. Ich finde das großartig.“
Newsom als möglicher Präsidentschaftskandidat
Newsom, der als möglicher Präsidentschaftskandidat der Demokraten für 2028 gilt, hatte bereits zuvor mit provokativen Äußerungen gegen Trump von sich reden gemacht. So reagierte er im Herbst 2025 auf eine Aussage von US-Kriegsminister Pete Hegseth, dass man keine „fetten Generäle“ mehr in der Armee haben wolle, mit einem Witz auf X: „Ich denke, der Oberbefehlshaber muss gehen!“ Dazu postete er ein Foto von Trump vor einem McDonald’s-Schild.
Trump-Regierung geht gegen Widersacher vor
Die US-Regierung ist in letzter Zeit vermehrt gegen Politiker und Funktionäre vorgegangen, die bei Trump in Ungnade gefallen sind. Betroffen waren unter anderem der frühere FBI-Direktor James Comey, die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James und der demokratische Senator Adam Schiff. In allen Fällen hatte Trump zuvor öffentlich Maßnahmen gegen die Betroffenen gefordert oder scharfe Vorwürfe erhoben. Die Genannten weisen jedes Fehlverhalten zurück.



